Andermatt

Wirrwarr um Skigebiet Andermatt-Sedrun

  • Manuela Just
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Mit der „Teilzonenplanung Skiinfrastrukturanlagen“ eröffnete die Gemeinde Andermatt das Planungsverfahren für das Skigebietsprojekt. Die Umweltverbände verlangen in einer Einsprache, dass der Zonenplanung ein redimensioniertes Projekt zugrunde gelegt wird, welches neben den wirtschaftlichen auch die ökologischen Interessen besser berücksichtigt, schreibt Pro Natura in einer Medienmitteilung. Problematisch seien auch die unvollständigen Grundlagen und der auferlegte Zeitdruck, was ein planerisches Wirrwarr zur Folge habe.

Drei Verfahren laufen in Sachen „Skigebiet Andermatt-Sedrun“ derzeit parallel: Das Verfahren zur Teilzonenplanung Skiinfrastrukturanlagen Andermatt durch die Gemeinde Andermatt, die Frage der Genehmigung des kantonalen Richtplans durch den Bundesrat und das hängige Plangenehmigungsverfahren für den Ausbau der Skigebiete Andermatt-Sedrun beim Bundesamt für Verkehr (BAV). Die drei Verfahren sind voneinander abhängig.

Nur gestützt auf einen vom Bundesrat genehmigten Richtplan können die Plangenehmigung erteilt und die Zonenplanänderung der Gemeinde genehmigt werden. Als eine der Entscheidungsgrundlagen für das Plangenehmigungsverfahren ist jedoch ein genehmigter Zonenplan erforderlich. So kommt es, dass die vorgeschlagene Zonenplanänderung in Andermatt teilweise im Widerspruch steht zum kantonalen Richtplan, dessen Genehmigung durch den Bundesrat noch aussteht. Beispielsweise bei der Ausscheidung von Zonen für Wintersport: Im eingereichten Richtplan sind nur die einzelnen Skipisten als Gebiete für Wintersport eingetragen. In der Teilzonenplanung dagegen sollen nun grossflächige Gebiete als Zone für Wintersport ausgeschieden werden. Was gilt nun, wundert sich Pro Natura.

Die zu wenig aufeinander abgestimmten Planungs- und Bewilligungsverfahren führen zu grossen Unsicherheiten. „In Andermatt wird seit Beginn des Projekts ein Planungswirrwarr veranstaltet. Grund dafür ist der grosse Zeitdruck, unter dem das gigantische, neue Skigebiet gebaut werden soll. Es scheint, dass in Andermatt die Verfahren dem Projekt angepasst werden und sich umgekehrt nicht das Projekt an die geltenden Verfahren halten muss“, sagt Pia Tresch, Geschäftsstellenleiterin von Pro Natura Uri.

Die Umweltschutzorganisationen sind grundsätzlich bereit für eine konsensorientierte Lösung. Dazu sind solide und vollständige Unterlagen (bereinigter Umweltverträglichkeitsbericht und Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission) und weniger weit gehende Eingriffe in Natur und Landschaft unumgänglich,  so Pro Natura weiter.

www.pronatura.ch

Bild: Adrian Michael (Wikimedia Commons)

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