Wird naturnaher Waldbau zum Lippenbekenntnis?

  • Redaktion Naturschutz
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Der Bundesrat hat eine Teilrevision des Waldgesetzes in die Vernehmlassung geschickt. Der Bund will gemäss BUWAL jene Leistungen des Waldes und der Waldwirtschaft weiterhin sichern, die der Allgemeinheit zugute kommen. Neu soll jedoch die Schweizer Waldwirtschaft verbesserte Rahmenbedingungen erhalten, damit wieder vermehrt Holz genutzt wird. Die Kernpunkte des Gesetzes:
– Die Kantone sollen Waldreservate bezeichnen. Nur noch dort will der Bund Unterstützung zum Schutz vor Naturgefahren und für Biodiversität leisten.
– Im Berggebiet, im Jura und in den Südalpen sollen Rodungen künftig nicht mehr aufgeforstet werden müssen.
– Kahlschläge von 2 Hektaren sind in Zukunft erlaubt.
– Holz aus der Schweiz soll eine Herkunftsbezeichnung erhalten.
Der WWF begrüsst zwar, dass der naturnahe Waldbau im revidierten Waldgesetz verankert werden soll. Doch leider bleibe der Gesetzesentwurf sehr schwammig. Damit drohe der naturnahe Waldbau zum reinen Lippenbekenntnis zu verkommen. Der Entwurf sei in weiten Teilen weniger ein Gesetz für den Wald als für die Waldwirtschaft.
Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz seinerseits begrüsst die Ausrichtung des neuen Waldgesetzes auf den Schutzwald und auf die Biodiversität. Er verlangt aber, dass die gesamte Waldfläche weiterhin naturnah bewirtschaftet wird und der Naturschutz nicht allein in Waldreservaten konzentriert wird.

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BAFU
WWF
SVS/BirdLife Schweiz

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