Schwyberg, Schwarzsee, Windpark

Windpark Schwyberg im Gegenwind

  • Nora Kieselbach
  • -

Der SVS/BirdLife Schweiz, die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL, Mountain Wilderness und Pro Natura teilen in einem gemeinsamen Pressecommuniqué mit, dass sie beim Kantonsgericht Freiburg Rekurs gegen den geplanten Windpark Schwyberg einreichen werden. Denn das Projekt erweist sich als grosse Gefährdung der Biodiversität und insbesondere der Avifauna.

Der erste Freiburger Windpark auf dem Schwyberg oberhalb des idyllischen Schwarzsees hätte nach dem Willen der Freiburger Regierung vorbildlich werden sollen. Doch das Projekt verursacht grosse Beeinträchtigungen der Biodiversität und insbesondere der Avifauna. Zum einen befindet es sich in einem wichtigen Zugvogelkorridor und verstösst somit gegen die Vorgaben des Bundes. Zweitens gefährdet es die Bestände von sensiblen oder gefährdeten Arten, die dort brüten, wie z.B. dem Birkhuhn. Auch Auerhuhnvorkommen sind betroffen. Und letztlich kämen verschiedene Windkraftanlagen in die Pufferzonen eines Moores von nationaler Bedeutung zu stehen.

Die Naturschutzorganisationen stellen fest, dass der Kanton Freiburg die Umsetzung der vorgesehenen Massnahmen zur Reduktion der Beeinträchtigungen nicht garantieren kann und dass die Kompensationsmassnahmen selbst bei einer Realisierung kaum wirksam wären. Die Bestandsaufnahmen der Vögel beschränkten sich zudem auf die Bergrücken im nahen Umfeld von nur 250 Metern um die geplanten Anlagen, obwohl ein Radius von einem Kilometer nötig ist, um die Anwesenheit von seltenen oder auf Windenergieanlagen sensibel reagierenden Arten abzuklären. Die Beeinträchtigungen könnten sich also noch als viel grösser erweisen.

Der Bau des Windparks dürfte eine grosse Gefährdung der Vogelwelt der Voralpen und der Zugvögel zur Folge haben. Zudem zeigt das Ausmass der vorgesehenen Kompensationsmassnahmen deutlich die grossen Auswirkungen dieses Projektes – leider ist es jedoch gemäss Pro Natura Fribourg so, dass diese vorgeschlagenen Massnahmen für einige Arten nicht funktionieren würden, selbst wenn sie realisiert werden könnten.

Weitere Informationen

SVS/BirdLife Schweiz
Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL
Mountain Wilderness
Pro Natura

Beitrag kommentieren