Windkraft in BLN-Gebiet geplant

  • Gavino Strebel
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windkraft_cretmeuronMit dem Projekt Eoljoux würden im Vallée de Joux (VD) zehn Windkraftanlagen gebaut, obwohl dieses Gebiet im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) verzeichnet ist. Die Umweltorganisationen fordern das Bundesamt für Umwelt auf, klare Grenzen zu setzen.

Die Windenergie spielt im Kampf gegen den Klimawandel eine wichtige Rolle, denn sie ermöglicht eine CO2-freie Produktion von Strom. In der Schweiz ist das Potenzial der Windenergie laut Bundesamt für Energie bedeutend: Zwischen 1,5 und 4 Milliarden kWh Strom könnten jährlich produziert werden, ohne dass in geschützten Gebieten von nationaler Bedeutung gebaut werden muss. Damit lassen sich Hunderttausende von Haushalten versorgen.

Heute Donnerstag organisiert Eoljoux eine Informationsveranstaltung für die Öffentlichkeit. Nach aktuellem Stand sieht das Projekt den Bau von zehn Windkraftanlagen im Vallée de Joux vor. Nach Aussagen der Promotoren werden sie genug Strom produzieren, um den Verbrauch der umliegenden Gemeinden zu decken. Allerdings käme der Windpark in ein BLN-Gebiet zu liegen. Die Veränderung des BLN-Perimeters würde die Tür für alle möglichen Begehrlichkeiten öffnen – nicht nur für den Bau von Windkraftanlagen.

Aus diesem Grund rufen die Umweltorganisationen Pro Natura, die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und der WWF Schweiz das Bundesamt für Umwelt auf, keine Einschränkungen von BLN-Gebieten zuzulassen. Bundesrat Moritz Leuenberger hat kürzlich das Jahr der Biodiversität lanciert. Bei Worten darf es nicht bleiben: Die Schweiz muss handeln, um die Biodiversität zu erhalten. „Die Nutzung erneuerbarer Energien erlaubt es den Gemeinden, ihren ökologischen Fussabdruck zu reduzieren. Das ist aber kein Gewinn, wenn dies auf Kosten der Biodiversität geschieht. Der Bund und die Kantone müssen vorausschauend handeln und vor allem diejenigen Windquellen nutzen, die sich ausserhalb von geschützten Gebieten befinden – davon gibt es genug.“, sagt Michel Bongard, Geschäftsführer Pro Natura Waadt.

WWF Schweiz

2 Kommentare

  • Christof Merkli

    Und genau das sollte jede Umweltschutzorganisation tun! Windenergieanlagen sind in der Schweiz der Gipfel der Ineffizienz. Die Annahme, damit könnte eine CO2 – Reduktion herbeigeführt werden, ist schlicht und einfach falsch.

    Allein wenn man die illusorischen Zahlen des BFE anschaut: Wie sollen wir mit Windkraft 4 Terawattstunden Strom herstellen? Dazu benötigen wir mindestens 1’000 Windkraftanlagen. Wo wollen wir die den aufstellen? Habt ihr euch das mal überlegt?

    JEDER Hügel des Mittellandes erhält damit eine Gruppe von mindestens 3 Windkraftwerken hingestellt. Man kann sich drehen und wenden, wie man will. Man sieht überall drehende Windräder!

    Bei den sehr häufigen Flauten brauchen wir KKW-, Wasser- und Kohlestrom, der die lahmen Windräder dann ersetzen muss. Eine Versorgung im eigentlichen Sinn kriegen wir nicht einmal mit 5’000 Windrädern hin. Bei dieser Zahl würde auch im Bärengraben, auf dem Bundeshausplatz, auf dem Paradeplatz, dem Matterhorn und auf absolut JEDEM Hügel der Schweiz so ein Rad drehen. Und ganz bestimmt auch in DEINEM Erholungsgebiet!

    Wenn man sich das vorstellt, muss man sich fragen, warum überhaupt mit dem Aufstellen solcher Anlagen begonnen wird.

    Im „windsicheren“ Deutschland stehen mehr als 22’500 MW installierte Windradleistung bereit. Die Leistung fällt wegen Flauten regelmässig auf 2% dieser Kapazität zusammen. Dann wird frisch und fröhlich mit Kohle- und Gaskraftwerken der fehlende Strom hergestellt.

    Es ist illusorisch, dass in der Schweiz auch nur ein Bruchteil der Stromenergie zuverlässig aus Windkraft geschöpft werden kann.
    Müssen wir denn wirklich Milliarden in den Sack von wenigen dogmatischen Fanatikern stecken, bis wir schlau genug sind, die Wahrheit zu erkennen? Nehmt doch einfach mal den Taschenrechner hervor und rechnet die blödsinnigen Angaben der Windradlobby nach!

    Als Naturschützer muss man sich im Klaren sein: Wenn die Ideen der Windradlobby Realität werden, haben wir kein Naturschutzgebiet mehr, das sich als solches bezeichnen darf. Windkraft ist menschen- tier- und lebensfeindlich. Es sind riesige Maschinen, die in der Natur nichts verloren haben. Und sie emittieren systemisch bedingt soviel CO2 pro Kw/h wie ein grosser OFFROADER.

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  • Guidon Hans-Peter 8605 Gutenswil IGLU Volketswil

    Zuerst war ich entsetzt über die Opposition von Pro Natura!
    Die Windkraftanlage kommt in ein BLN-Gebiet zu stehen, hat mich nachdenklich gestimmt.
    Ich fordere Pro Natura auf konstruktiv mitzuarbeiten, dass ein solches Projekt in diesem Jura-Raum verwirklicht werden kann. Es dürfen nur kleine Effizienzverluste hingenommen werden.
    Wenn kein gleichwertiges Projekt außerhalb des Schutzgebietes möglich ist, muss es möglich sein den BLN-Perimeter leicht zu verändern. Mit guten Argumenten sind nicht alle BLN-Schutzgebiete gefährdet.
    Pro Natura darf unter keinen Umständen Windenergiegewinnung verhindern!
    Von mir gibt es keinen Beitrag für Pro Natura solange bei diesem Projekt keine Hand geboten wird.
    Hans-Peter Guidon
    IGLU Volketswil
    ZVS/BirdLive Zürich

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