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Windkraft-Euphorie: Braucht es eine Volksinitiative zum Landschaftsschutz?

  • Benjamin Kämpfen
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Wasserkraftwerke und Windpärke sollen nach dem Willen des Parlaments auch in den wertvollsten Landschaften der Schweiz gebaut werden können. Naturschützer denken nun laut über eine Volksinitiative für einen besseren Schutz des nationalen Landschaftserbes nach.

Der Schutz der Landschaft hatte in Zeiten des Rufs nach einer Energiewende bereits seit Längerem einen schweren Stand. Nun hat auch der Ständerat eine minimale Schutzgarantie für die BLN-Gebiete abgelehnt. Diese Gebiete, die im Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung (BLN) aufgeführt sind, umfassen die bedeutendsten Landschaften in der Schweiz. Durch den Entscheid können nun auch grosse Windpärke und Wasserkraftwerke dort gebaut werden. Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) befürchtet einen Dammbruch, der letztlich den Landschaftsschutz in unserem Land aushöhle. Die Organisation schreibt in einer Mitteilung: «Dies wird die SL nicht hinnehmen».

So überlegen sich die Naturschützer, eine Volksinitiative zu starten. Konzipiert sei diese bereits und könne bald lanciert werden. Damit reagiert die SL rasch auf die parlamentarischen Entscheide. Ein zuvor ins Spiel gebrachter Kompromissvorschlag blieb nämlich auch im Ständerat chancenlos. Dadurch wären in den BLN-Gebieten «schwere Beinträchtigungen, die den Kern des Schutzwertes beinträchtigen» verhindert worden. Die Mehrheit der Räte ist aber, wie die SL schreibt, «willens, eine Totalzerstörung einzelner Objekte unseres nationalen heimatlichen Landschaftserbes in Kauf zu nehmen».

Im Fokus der Debatte steht neben der Wasserkraft vor allem die Windkraft. Hier gab es in den letzten Jahren eine eigentliche Euphorie, die sich im Moment aber noch hauptsächlich auf die Planungsphase beschränkt. Schweizweit sind erst an elf Standorten Windkraftanlagen mit einer Höhe über 50 Metern in Betrieb. Geplant sind aber bereits viele mehr: An 169 Standorten sind Windpärke oder Einzelanlagen geplant oder zur Prüfung vorgeschlagen. Dies zeigen Informationen einer Plattform, die von den sechs Umweltorganisationen Pro Natura, WWF, SVS/BirdLife Schweiz, SL, Helvetia Nostra und mountain wilderness aufgebaut wurde. Die SL hat diese Informationen nun auf einer interaktiven Karte zugänglich gemacht. Vor allem in der Westschweiz ist die Dichte der geplanten Anlagen eindrücklich – und kollidiert da und dort mit geschützten Gebieten, die sich in der Karte ebenfalls darstellen lassen.

 

2 Kommentare

  • J. Schudel

    Windkraft ist die günstigste erneuerbare Energie. Sie hilft, gefährliche Atomkraftwerke zu ersetzen zu wirtschaftlichen Preisen, und hinterlässt keinen strahlenden Müll. Vögel können abgeschreckt werden mit Systemen, die herannahende Vögel erkennen und dann die Schreie von Raubvögeln abspielen, wie DTBird. Sicher müssen sie sorgfältig in die Landschaft eingepasst werden, aber ein generelles Verbot ist aus Sicht eines ganzheitlichen Umweltschutzes der falsche Weg.

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  • Christian Stettler

    Windkraft bringt uns nichts.
    Bringt die Wasser-Kraftwerke auf den Neuesten Technistenstand und baut die Solarenergie-technik effizient und zeitnah aus.
    Wenn man das Geld aus der Windkraft in die Solarenergie investiert,hat man keine Umwelt-zerstörung und keine toten Vögel.Man muss nur mit überschüssiger Energie Wasser in die Speicher pumpen.

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