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Windanlagen: Eine Gefahr für Fledermäuse

  • Sophie Ryser
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Um nachhaltigen Strom zu produzieren, werden unter anderem Windanlagen gebaut. Dabei ist Vogelschlag eine Gefahr, das heisst, dass Vögel von den Rotorblättern getroffen werden und sterben. Allerdings sind diese Verluste offenbar gering im Vergleich zu anderen fliegenden Arten: den Fledermäusen.

Laut einer kürzlich veröffentlichten Studie von Mark Hayes von der University of Colorado sterben in den USA schätzungsweise 600’000 Tiere pro Jahr durch Windräder. Dabei geht nicht nur von einem direkten Zusammenstoss mit den Rotorblättern Gefahr aus, Fledermäuse können auch sterben, wenn sie den Windrädern nur zu nahe kommen. Denn die schnelle Bewegung der Blätter verursacht einen Unterdruck, welcher die Organe der Fledermäuse zum Platzen bringen kann.

Grundsätzlich gibt es aber verschiedene Faktoren, welche die Mortalität beeinflussen. Denn wenn in einem Gebiet mit Windanlage nur wenige Fledermäuse vorkommen, kommen logischerweise auch weniger zu Schaden. Allerdings liegen diese manchmal in den Zugrouten mancher Arten, wodurch saisonal wieder mehr betroffen sein können. Auch die Flughöhe der Fledermäuse kann einen Einfluss haben. Und schlussendlich ist es auch sehr schwierig, Populationsgrössen von Fledermäusen zu schätzen. Das heisst, es kann zwar angegeben werden, wie viele Tiere durch Windanlagen sterben, aber nicht, wie viele Prozent der entsprechenden Populationen genau betroffen sind.

In der Schweiz wird Windenergie zwar nicht so stark genutzt wie in anderen Ländern, allerdings wird sie in Zukunft wohl noch ausgebaut werden. Wenn dies geschieht sollte also unbedingt berücksichtigt werden, ob Fledermäuse in der Gegend vorkommen und ob ihre nächtlichen Routen durch die Windanlage-Gebiete führen.

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Bild: Olivier « toutoune25 » Tétard [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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