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Wilderei erreicht Rekordzahlen

  • Sophie Ryser
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In Südafrika war letztes Jahr ein trauriger Rekord zu verzeichnen. Insgesamt 1004 Nashörner wurden von Wilderern wegen ihrem Horn getötet, wie der WWF Global mitteilt. Das sind fast 3 tote Nashörner pro Tag und ein dramatischer Anstieg von den 668 getöteten Tieren im Jahr 2012.

Die meisten Nashörner wurden im bekannten Krüger Nationalpark gewildert, nämlich 606 Tiere. Dadurch gefährdet die Wilderei nicht nur die Tiere selbst, sondern auch eine wichtige Einkommensquelle des Landes. „Diese kriminellen Netzwerke bedrohen unsere nationale Sicherheit und schaden unserer Wirtschaft, weil dadurch Touristen vertrieben werden“, sagt Dr. Jo Shaw, Rhino Programme Manager von WWF Südafrika.

Die hohe Zahl an gewilderten Nashörnern bringt die südafrikanischen Populationen auch immer näher an den Punkt, wo die Verluste nicht mehr durch Nachwuchs kompensiert werden können. Dies würde eine weitere starke Abnahme der Bestände bedeuten. Insgesamt leben in Südafrika etwa 80 Prozent aller afrikanischen Nashörner.

Ein Grossteil der Hörner gelangt nach Asien, besonders Vietnam, wo das Horn als Statussymbol und Medizin begehrt ist. Im Dezember 2012 hatten Südafrika und Vietnam eine Absichtserklärung unterzeichnet, um das Problem des illegalen Schmuggels anzugehen. Später wurde ein konkreter Nashorn-Aktionsplan entwickelt. Noch diesen Monat wird Vietnam berichten müssen, welche Fortschritte bei Verhaftungen, Beschlagnahmungen, Strafverfolgungen und Verurteilungen im Bezug auf Nashorn-Schmuggel gemacht wurden. Das Land wurde zudem aufgefordert, Massnahmen zu entwickeln, welche die Nachfrage nach Horn bei den Konsumenten reduzieren.

Aber auch Südafrika ist in der Pflicht. „Es wäre ermutigend, mehr bedeutende Verhaftungen höher in der Handelskette zu sehen und bereits getätigte Verhaftungen müssen häufiger zu Verurteilungen mit harten Strafen führen, so dass diese kriminelle Aktivität unterbunden wird. Zudem müsste die Korruption effektiver bekämpft werden“, so Shaw.

Medienmitteilung WWF (Englisch)

© WWF-Canon / Martin HARVEY

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