Fledermaus

Wieso fliegen Fledermäuse in der Nacht?

  • Monika Jung
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FledermausFledermäuse sind nachtaktiv, Vögel tagaktiv. Diese Regel trifft für nahezu alle Vertreter der beiden Wirbeltiergruppen zu. Nur, warum ist das so? Vögel orientieren sich hauptsächlich mit ihrem Sehsinn und haben deshalb in der Dunkelheit der Nacht Schwierigkeiten, sich zurecht zu finden. Aber Fledermäuse können sowohl sehen als auch Echo orten. Beide Sinne sollten sie in die Lage versetzen, auch am Tag erfolgreich zu sein. Demzufolge sind es nicht die Sinne, die Fledermäuse von der Eroberung der Luft am Tag ausschließen.

Forscher des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin haben nun herausgefunden, dass thermische und energetische Besonderheiten Fledermäuse in die nächtliche Nische zwingen. Vergleichende Messungen der Körpertemperatur und der „Flugkosten“ am Tag und in der Nacht zeigten, dass Fledermäuse am Tag potenziell überhitzen und zudem mehr Energie im Flug verbrauchen als in der Nacht. Dr. Christian Voigt, der Leiter des Forschungsprojekts, erklärt: „Fledermäuse können sich nicht vor dem Wärmeeintrag der Sonnenstrahlen schützen. Die Flughaut der Fledermausflügel ist nackt, dunkel und mit Blutgefäßen durchzogen. Deshalb funktioniert sie als großer Wärmekollektor. Die mit den Flügeln eingefangene Energie können Fledermäuse nicht ausreichend ableiten und deshalb würden sie überhitzen, wenn sie tagsüber fliegen“.

Den Nachteil einer Wärme absorbierenden Flughaut machen Fledermäuse mit ihrer ausgezeichneten Echoortung wett. Diese befähigte sie im Laufe der Evolution, ihre Aktivitätsphase in die Nacht zu verlagern. Damit waren sie höchst erfolgreich: Fledermäuse sind die zweitartenreichste Säugetiergruppe und stellen in den Tropen die dominierende Säugetiergruppe dar. Und dies obwohl sie nur nachtaktiv sind.

Weitere Informationen

Stiftung Fledermausschutz Schweiz

Bild: Christian Voigt

Aga - Trigon Film

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