Felssturz Gurtnellen Naturgefahr

Wieder Felssturz am Gotthard

  • Nora Kieselbach
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Gemäss einer Medienmitteilung der Kantonspolizei Uri stürzten gestern kurz vor 9 Uhr  bei „Heimigen“ in Gurtnellen (UR) rund 3000 Kubikmeter Fels und Geröll auf das SBB-Trassee, wobei drei Bauarbeiter getroffen wurden, die gerade mit der Sicherung des Felsens beschäftigt waren. Zwei der drei Betroffenen konnten verletzt gerettet werden und sind ausser Lebensgefahr; der dritte Arbeiter wurde verschüttet und konnte erst heute von einem unbegleiteten Suchhund geortet, aber noch nicht geborgen werden, da weitere Felsabbrüche drohen. Ob er noch lebt, ist bis dato unklar.

Wie die SBB mitteilt, wird die Gotthard-Linie für rund einen Monat gesperrt bleiben, da weitere Felsmassen auf das Trassee herabzustürzen drohen. Bevor mit den Aufräumarbeiten begonnen werden kann, muss die Abbruchstelle voraussichtlich mit Felssprengungen sowie Felsankern abgesichert werden. Im Bereich der Absturzstelle waren zum Zeitpunkt des Felssturzes Bauarbeiten zur Felssicherung im Gange, nachdem an selber Stelle am Nachmittag des 10. März 2012 bereits Sicherheitssprengungen durchgeführt worden waren.

Doch warum bewegt sich der Fels überhaupt? Die Alpen entstanden vor 50 bis 5 Mio. Jahren – aus geologischer Sicht sind die Alpen daher ein junges Gebirge – und zeichnen sich durch hohe Berggipfel und tiefe Täler aus. Natürliche Tau- und Gefrierprozesse fördern die physikalische Verwitterung des Gesteins und herabfallende Gesteinsblöcke und zu Tal rutschende Felsmassen sind deshalb fast alltägliche Ereignisse. Das Problem ist, dass in der Vergangenheit bekannte Steinschlaggebiete meist gemieden werden konnten; da jedoch in der dicht besiedelten Schweiz der Raum langsam knapp wird, wurden Gebäude und Infrastrukturanlagen vermehrt auch in Gefahrenzonen errichtet, die nun unter anderem mit aufwändigen technischen Massnahmen wie Steinschlaggalerien, Felsankern oder Steinschlagnetzen geschützt werden müssen.

Bild: © Polizeikommando Uri

 

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