Wie schädlich ist Streusalz für die Natur?

  • Redaktion Naturschutz
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Seit vielen Wochen wird auf den Schweizer Strassen gesalzen, was das Zeug hält. Die Berner Zeitung „Der Bund“ hat recherchiert, ob das für die Natur ein Problem ist. „Für Bäume und Sträucher am Strassenrand ist das Salzen sehr schädlich“, sagt Thomas Meier, Baumexperte der Berner Stadtgärtnerei. „Das kann so weit führen, dass wir die Pflanzen ersetzen müssen.“ Auch gelangt das Salz ins Grundwasser. „Das ist zwar nicht direkt schädlich, aber wenns mal drin ist, bringt mans nicht mehr raus“, sagt Ulrich Bringold vom bernischen Tiefbauamt. In den Kläranlagen stellt Salz kein Problem dar: Salz hat keinen Einfluss auf die Reinigungsleistung der ARA und fliesst einfach durch. Gemäss Thomas Vuille vom Fischereiinspektorat stellt der erhöhte Salzgehalt auch für die Fische „kein gravierendes Problem“ dar. Erst in den Niederlanden wirkt sich dann der erhöhte Salzgehalt des Rheins wieder negativ aus: Die mit Rheinwasser bewässerten Gemüsekulturen in den Gewächshäusern müssen merkbare Ernteverluste tragen. Die hohe Versalzung des Rheins ist jedoch nur bedingt auf den Winterdienst zurückzuführen. Etwa die Hälfte des Salzes stammt aus dem Kalibergbau im Elsass.

Lange galt Split als Ausweg aus der Salzmisere. Doch Ende der Neunzigerjahre zeigten mehrere Studien, dass Split in der Ökobilanz oft sogar schlechter abschneidet als Salz. Die spitzen Steinchen verstopfen nicht nur die Kanalisation und kratzen am Lack der Autos. Voller Abgas und Feinstaubpartikel muss der Split nach dem Winter entweder in eine Deponie gebracht oder aufwändig gereinigt werden. Salz führt zu schnellem und starkem Rückgang des Unfallrisikos. Die Wirkung von Split dagegen geht rasch verloren. Splitstreuen kommt insgesamt sechsmal so teuer wie Salzen. Seit sich diese Erkenntnisse durchgesetzt haben, wird wieder häufiger gesalzen.

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