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Wie reagieren Bäume auf den Klimawandel?

  • Sophie Ryser
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Unsere Wälder haben wichtige Funktionen für Mensch und Tier. Wälder schützen vor Naturgefahren, produzieren Holz, liefern sauberes Trinkwasser, reinigen die Luft, mildern die Klimaerwärmung, bieten Erholungsraum für Menschen und Lebensraum für Pflanzen und Tiere.

Doch wie reagieren die Bäume in den Wäldern Mitteleuropas auf den Klimawandel? Und wie können Wälder gestaltet werden, damit sie ihre Aufgaben auch weiterhin erfüllen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich dieser Tage 200 Forschende aus Europa und Übersee, welche sich in Zürich über die neuesten Erkenntnisse zu diesen Fragen austauschen. Organisiert wird die Konferenz von der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL zusammen mit mehreren Partnerinstitutionen.

„Im Rahmen des Klimawandels wird vor allem die vermehrt auftretende Trockenheit grosse Herausforderungen an unsere Wälder stellen“, erläutert Thomas Wohlgemuth, Leiter der Gruppe Störungsökologie an der Eidgenössischen Forschungsanstalt WSL. In vergangenen Jahren konnte beobachtet werden, dass sich die Bäume erstaunlich gut an Trockenheit angepasst haben, zum Beispiel mithilfe eines tiefreichenden Wurzelwerks, einer Einschränkung der Verdunstung oder im Extremfall über einen Abwurf der Blätter oder Nadeln. Wenn sich die Umwelt jedoch in einem zu raschen Tempo verändert, wie es für das 21. Jahrhundert erwartet wird, könnten einige Baumarten an ihre Grenzen stossen.

Die Forschung blickt heute vorsichtig zuversichtlich in die Zukunft des Waldes. Sie erwartet für den mitteleuropäischen Raum keine unmittelbaren Katastrophen. Langfristig dürfte sich aber die Artenzusammensetzung in den Wäldern verändern. Empfindliche Baumarten wie Fichten und Föhren könnten von toleranten Arten wie Eiche und Douglasie verdrängt werden. Laubwälder werden voraussichtlich das Landschaftsbild immer stärker prägen. Thomas Wohlgemuth empfiehlt aufgrund des heutigen Wissens strukturreiche Wälder mit vielen verschiedenen Baumarten. Denn je vielfältiger ein Wald, desto höher ist seine Anpassungsfähigkeit und desto widerstandsfähiger ist er gegen klimatische Extremereignisse.

Bild: © Forschungsinstitut für Wald, Schnee und Landschaft WSL

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