800px-Zürich_-_Oerlikon_-_Maschinenfabrik_Oerlikon_(MFO)_-_MFO-Park_2010-10-03_14-22-06

Wie entwickelt sich die Schweizer Raumplanung?

  • Nicole Wabersky
  • -

Um die Landschaft und das Kulturland vor der Zersiedelung zu schützen, müssen die bereits bebauten Flächen besser genutzt werden. Für attraktive und lebenswerte Siedlungen und Quartiere braucht es zudem Begegnungszonen und Grünflächen, Verkehrsberuhigung und eine gute Einbindung des lokalen Gewerbes.

„Lebenswerte Siedlungen und verdichtetes Bauen müssen keine Gegensätze sein. Der Bund, Kantone und Gemeinden müssen aber die richtigen Anreize setzen. Die Raumplanung auf die 11-Millionen-Schweiz auszurichten, ist nicht der richtige Weg. Es braucht stattdessen einen Mix von Fördermassnahmen, guter Planung und klaren Auflagen, damit grüne Städte mit hoher Lebensqualität entstehen“, so Alec von Graffenried.

Das Ja zum revidierten Raumplanungsgesetz und zur Zweitwohnungsinitiative waren Eckpfeiler für eine effizientere Nutzung der bestehenden Siedlungsflächen. Doch der Bundesrat respektiert diesen Volkswillen nicht. So tritt am 1. Mai die neue Raumplanungsverordnung in Kraft, die zur Bestimmung der Baulandreserven von der 11-Millionen-Schweiz ausgeht. Sie schafft somit keinerlei Anreize für die dringend notwendige Verdichtung des bestehenden Wohnraumes. Im Gegenteil.

Auch bei der Umsetzung der Zweitwohnungsinitiative, die im Mai in der ständerätlichen UREK behandelt wird, schenkt der Bundesrat primär der Baulobby und nicht der Bevölkerung sein Gehör. Damit spielt er jenen in die Hände, die die Schweiz abschotten wollen, um das Kulturland nachhaltig zu schützen.

Weitere Informationen

Bild: Roland zh (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

Beitrag kommentieren