© Roman Dial [Public domain], via Wikimedia Commons
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Wetterfeste Funktionsjacken verschmutzen Gewässer

  • Nicole Wabersky
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Fluorhaltige Chemikalien treten beim Waschen aus Wetterschutzjacken aus und gelangen in Flüsse, Meere und Grundwasser, da sie in Kläranlagen nicht abgebaut werden. Letztlich reichern sich die umweltschädlichen Chemikalien im Körper von Mensch und Tier an.

Insgesamt wurden 15 Funktionsjacken und fünf Imprägniermittel auf poly- und perfluorierte Chemikalien (PFC) im Auftrag des Umweltbundesamtes untersucht. Hierbei wurden laut Mitteilung Konzentrationen zwischen 0.03 bis 718 Mikrogramm pro Quadratmeter Stoff nachgewiesen.

Neben 20 verschiedenen PFC, wurde zudem bis zu einem Höchstwert von 4.6 Mikrogramm pro Quadratmeter Stoff die Perfluoroktansäure PFOA nachgewiesen. Erfreulicherweise wurde keine Perfluoroktansulfonsäure PFOS gefunden.

In den Untersuchungen fanden die Forscher laut Artikel zudem flüchtige Vorläuferverbindungen von PFOA und PFC, welche in der Umwelt zu den langlebigen PFC und PFOA abgebaut werden. Die Konzentrationen erreichten bis zu 698 Mikrogramm pro Quadratmeter Stoff und bis zu 225 Mikrogramm pro Milliliter in den Imprägniermitteln.

PFC werden in Jacken, Hosen und Sportkleidung eingesetzt, damit diese Wasser- und Schmutzabweisend werden. Die Untersuchungen zeigen, dass in allen getesteten Jacken PFC nachgewiesen wurde. Das PFC gelangt durch den Waschprozess und Ausgasung in die Umwelt, wo es sich mit der Zeit weltweit verteilt.

Nachgewiesen wurden die Chemikalien in Flüssen, Meeren, Tiefsee, Grundwasser und ebenso im Blut von Eisbären. Einmal in die Umwelt gelangt werden sie dort nicht abgebaut, sondern werden durch Organismen durch die Nahrung und dem Wasser aufgenommen und im Körper angereichert.

1 Kommentar

  • Blum Isabelle

    Ja, Menschen wollen eben „geschützt“ in der Natur unterwegs sein. Das hat seinen Preis. Und wie in den meisten Fällen zahlen diejenigen die Zeche, die keine andere Wahl haben. Also liebe Outdoor-Industrie. Stellt doch Jacken her, die naturverträglich sind. Damit wir unsere Naturerlebnisse funktional frohen Mutes geniessen können.

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