Sense - Singine - Sense river

Wertvollster Alpenfluss ist bedroht

  • Stefanie Pfefferli
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Die Sense ist einzigartig: In einer internationalen Studie des WWF Deutschland hat sie unter 15 untersuchten Alpenflüssen am besten abgeschnitten. Doch dieses Naturjuwel ist bedroht, denn ausgerechnet am wertvollsten Alpenfluss Europas wird ein neues Kleinwasser-Kraftwerk geplant.

Sie ist unverbaut, wild und sie donnert durch eine eindrückliche Schlucht: Die Sense in den Kantonen Freiburg und Bern gehört zu den letzten natürlichen Alpenflüssen Europas. Für Experten ist sie schlicht ein Naturjuwel. So überrascht es wenig, dass der 35 Kilometer lange Fluss zwischen Schwarzsee und der Saanemündung in einer internationalen Studie des WWF Deutschland die Bestnote erhalten hat.

Untersucht wurde die Naturnähe von 15 Alpenflüssen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, entscheidend waren dabei Faktoren wie Wasserqualität, Biologische Durchgängigkeit und die Lebensräume. Fazit: Nur noch 10 Prozent der Gewässerstrecken sind natürlich. Bei der Sense hingegen wurden rund 95 Prozent als natürlich eingestuft, womit sie unter den untersuchten Flüssen am besten abschnitt. Die beiden anderen untersuchten Schweizer Flüsse Reuss und Thur landeten im Mittelfeld.

„Diese Auszeichnung ist für uns eine echte Verpflichtung, die Warme Sense in ihrer vollen Pracht zu erhalten“, betont Nicole Camponovo, Geschäftsführerin des WWF Freiburg. Ob das gelingen wird, ist derzeit fraglich. Denn die Berner Kraftwerke BKW wollen ausgerechnet am Lauf der Sense ein 5-Millionen-Kraftwerk errichten. Der WWF bekämpft das Projekt und fordert die Behörden auf, das Einzugsgebiet des Flusses umfassend zu schützen. Der Kanton Bern hat die Sense bereits unter Schutz gestellt, jetzt muss Freiburg endlich aktiv werden. „Es gibt in der Schweiz genügend andere Standorte und Alternativen für Kraftwerke, dafür müssen wir nicht den wertvollsten Alpenfluss zerstören“, fordert Andreas Knutti, Gewässerexperte beim WWF Schweiz.

Die WWF- Studie finden Sie unter diesem Link

Weitere Informationen 

Bild: Michel Roggo (WWF)

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