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Wertvolle Rohstoffe landen im Hausmüll

  • Daniela Cervenka
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1,6 Millionen Tonnen pro Jahr beträgt die Menge an Hauskehricht. Davon wären rund 20% oder 340’000 Tonnen noch verwertbar gewesen, hätte man sie richtig entsorgt. Das ergab eine Studie des Bundesamtes für Umwelt (BAFU). Für die Erhebung der Kehrichtzusammensetzung 2012 wurde der Inhalt von 16.5 Tonnen Kehrichtsäcken aus 33 Gemeinden sortiert und in 18 verschiedene Abfallkategorien aufgeteilt.

Zwei Drittel der ungenutzten Wertstoffe sind so genannte biogene Abfälle – also Abfälle, die sich kompostieren oder vergären lassen. Sie machten nicht nur den grössten Anteil am Kehricht aus, sondern sie haben seit 2001 auch deutlich zugenommen. Dies, obschon in vielen Gemeinden Grüngutsammlungen bestehen. Papier und Karton im Kehricht sind gegenüber der letzten Untersuchung anteilsmässig zurückgegangen. Trotzdem befand sich immer noch ein grosser Teil an verwertbaren Zeitungen und Karton im Abfall. Glas und PET landen trotz hoher Rücklaufquote und gratis Sammelstellen noch zu häufig im Abfall.

Aus diesen Zahlen geht hervor, dass die getrennte Sammlung wertvoller Stoffe weiter ausgebaut werden kann. Ihre Verwertung würde dazu beitragen, Stoffkreisläufe zu schliessen, wodurch die natürlichen Ressourcen geschont würden. Dieses Ziel verfolgt auch der Bundesrat mit der Grünen Wirtschaft. Er hat dafür im März 2013 den Aktionsplan Grüne Wirtschaft verabschiedet, der auch Massnahmen im Bereich Abfall und Rohstoffe vorsieht.

Die Erhebung offenbart ausserdem grosse Unterschiede bei den Kehrichtmengen pro Person und Jahr. So haben ländlich geprägte Gemeinden markant geringere Kehrichtmengen unterhalb des Durchschnitts, touristisch geprägte dafür markant höhere. Den grössten Einfluss auf Menge und Zusammensetzung des anfallenden Abfalls hat aber das Gebührensystem. Gemeinden, die für den Kehricht eine Gewichts- oder eine Sackgebühr erheben, entsorgen pro Einwohner und Jahr durchschnittlich gut 80 Kilogramm weniger Kehricht als Gemeinden ohne verursachergerechtes Gebührensystem. Dies deutet darauf hin, dass die Möglichkeit zur Separatsammlung in diesen Gemeinden deutlich besser genutzt wird.

Rund 20 Prozent der Bevölkerung lebt heute noch in Gemeinden ohne Sackgebühren. Würden auch diese Gemeinden verursachergerechte Abfallgebührensysteme einführen, liessen sich sehr viele Rohstoffe zurückgewinnen.

BAFU Studie

Bild: von Sammyday (Eigenes Werk) [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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