Wer ist schuld am Bienensterben?

  • Eliane Küpfer
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Gleich drei neue Verordnungen zum Thema Bienensterben werden in dieser Sommer-Session im Nationalrat behandelt. Wie eine Dokumentation vom schweizerischen Fernsehen zeigt, schieben sich Wirtschaft, Forschung und Politik gegenseitig den „Schwarzen Peter“ zu. Auf der Strecke bleiben die Hauptbetroffenen, die Bienen.

Etwa jedes vierte Bienenvolk hat den letzten Winter nicht überlebt, meldete AGROSCOPE im Mai 2013. Zwar ist das eine Verbesserung im Gegensatz zum letzten Winter, in dem etwa die Hälfte der Völker gestorben ist, aber es ist kein Grund um Entwarnung zu geben.

Wie die Wochenzeitung (WOZ) schreibt, hatte sich der Bundesrat in den letzten dreizehn Jahren stets für die Interessen der Industrie eingesetzt. Auch sei die Publikation von kritischen Studien zum Bienensterben verhindert und die Verfasser zum Stillschweigen verpflichtet worden. Beispielsweise gebe es in der Schweiz bisher keine Studie zum Unterschied der Bienengesundheit in Gegenden mit extensiver versus intensiver Landwirtschaft. Jedoch gebe es Anzeichen, dass es Bienen in pestizidfreien Landschaften mit höherer Biodiversität und mehr Nahrung besser gehen könnte, erklärte Peter Gallmann vom Zentrum für Bienenforschung gegenüber der WOZ. So waren in den Bergkantonen die Verluste im Vierjahresvergleich deutlich geringer als in Kantonen im Mittelland.

Doch selbst in der „Bienen-Zeitungen“ sei praktisch nichts über den möglichen Zusammenhang von Völkerverlusten und den Pestiziden zu lesen. Denn der Chefredaktor Robert Sieber, so wie auch der oberste Bienenforscher im Land, Peter Gallmann, seien mit der Chemieindustrie eng verflochten. Diese wichtigen Personen für die Meinungsbildung zum Bienensterben sind also keineswegs unabhängig, das sind schlechte Voraussetzungen für einen effektiven Bienenschutz, folgert die WOZ.

Bild: L. Hutsch [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons

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