Getreide

Wer hat’s erfunden? Die Natur!

  • Eliane Küpfer
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Gewöhnlich gezüchtete Tiere und Pflanzen sollen nicht patentierbar sein. Dies ist die Forderung einer Resolution der internationalen Koalition „Keine Patente auf Saatgut“, welche von SWISSAID und der Erklärung von Bern (EvB) unterstützt wird.  Das Europäische Parlament hat nun die Resolution angenommen und das Europäische Patentamt aufgefordert, keine Patente solcher Art mehr auszustellen. Laut einer Mitteilung der EvB ist das politische Signal aus Brüssel auch für die Schweiz relevant, da wir ein Mitglied des Europäischen Patentübereinkommens sind.

„Patente auf Pflanzen haben zu einer bedrohlichen Monopolisierung der Lebensmittelproduktion geführt, die langfristig die bäuerliche Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit bedroht“, sagt Tina Goethe von SWISSAID. „Diese Abstimmung darf vom Europäischen Patentamt nicht ignoriert werden. Es ist höchste Zeit, dass der Ausverkauf unserer Lebensgrundlagen gestoppt wird.“

Dennoch bleibt noch ein langer Weg, denn sollte das Europäische Patentamt die Patenterteilung nicht stoppt, müssten die Patentgesetze verschärft werden. Schon jetzt hätten Konzerne wie Syngenta, Monsanto, Dupont und Bayer beängstigende Kontrolle über die globale Nahrungsmittelproduktion und sie würden das Patentrecht auch weiterhin missbrauchen. Um dies sofort zu stoppen wendete sich die Koalition gegen Patente auf Saatgut mit einem offenen Brief, der von 70‘000 Menschen in Europa unterzeichnet wurde, direkt an das Europäische Parlament und die EU-Kommission. Die Unterschriften werden in den nächsten Wochen übergeben.

Bild: Timo1974 [CC-BY-2.5], via Wikimedia Commons

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Offener Brief

Erklärung von Bern

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