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Wer beansprucht mehr Land: Bauern oder Gewässerschutz?

  • Judith Schärer
  • 3

Land ist ein rares Gut und wird von Jahr zu Jahr wertvoller. Auch in der Schweiz wird dies wahrgenommen und man versucht herauszufinden, wofür unser Boden genau verwendet wird. Eine neue Studie zeigt jetzt Details für den Kanton Aargau und enthüllt so einige Überraschungen.

Im Jahre 2011 wurde das revidierte Gewässerschutzgesetz für die Schweiz angenommen. Darin werden die Kantone vom Bund dazu aufgerufen, strategisch eine Planung für die Revitalisierung von Gewässern vorzunehmen. Auf diese Aufforderung hin wurde jedoch Kritik laut. Man befürchtete, dass die entsprechenden Massnahmen zur Aufwertung von Gewässern viel zu viel Land in Anspruch nehmen würden, welches sonst als wichtige Fruchtfolgeflächen und somit zur Nahrungsmittelproduktion genutzt werden könnte. Der Bauernverband des Kantons Aargau argumentierte: „Gewässerrevitalisierungen und Auenschutzprojekte benötigen viel Kulturland und sind deshalb wenig sinnvoll.“

Landwirtschaftliche Bauten verschlingen Ackerland

Ein Bericht von Norbert Kräuchi und Martin Tschannen der Abteilung Landschaft und Gewässer des Kantons Aargau zeigt nun auf, wohin das Land tatsächlich „verschwindet“ und ob der Bauernverband richtig liegt mit seiner Kritik. Im Bericht zeigte sich: Rund 60% der Bodenverluste ausserhalb der Bauzone sind durch die Landwirtschaft selbst verursacht. Hierzu gehören der Bau von Remisen, Weideställen, Silos oder die innere Aufstockung für die Tierhaltung. Bauernverbands-Präsident Markus Ritter erklärt gegenüber SRF diese hohen Zahlen mit den enormen Erwartungen, welche heutzutage an die Landwirtschaft gestellt würden. Man fordere eine immer effizientere Landwirtschaft, welche aber möglichst tierfreundlich sein soll. Dieser Fakt und der hohe Fleischkonsum von Herr und Frau Schweizer seien dafür verantwortlich, dass die Landwirte ihre Produktion den Konsumentenbedürfnissen anpassen und die dazu benötigen Infrastrukturen erstellen. Die Bauern sehen ihren Landverbrauch somit gerechtfertigt und lassen verlauten, sie würden weiter gegen die Revitalisierungsmassnahmen kämpfen, durch welche ihnen aus ihrer Sicht wertvolles Kulturland abhanden käme.

Revitalisierung erfordert nur einen Bruchteil an Land

Für die geplante Revitalisierung der 152 km Gewässerabschnitte in der Planungsperiode 2015–2035 werden im Kanton Aargau etwa 32 ha Fruchtfolgefläche benötigt. Konkret bedeutet die Revitalisierung das Erstellen von Biotopen und andere ökologische Massnahmen. Die benötigte Fläche entspricht einem Anteil von rund 6% des Bodenverlustes ausserhalb der Bauzone. Im Gegensatz zu den 60% der landwirtschaftlichen Bodenverluste also ein verschwindend geringer Anteil. Zudem sollte beachtet werden, dass im Kanton Aargau rund 1000 ha früherer Sumpfgebiete und Wasserläufe heute Fruchtfolgeflächen sind. Die geplante Revitalisierung würde gerade einmal 3% der in den letzten 135 Jahren umgenutzten Flächen wieder rückführen.

Umweltorganisationen sind entrüstet

Die Fischer und die Umweltorganisationen wie Pro Natura zeigen sich entrüstet darüber, dass die Bauern die Umsetzung des Volksentscheides aus dem Jahre 2011 jetzt zu verhindern versuchen. Aus ihrer Sicht sind die Flächen in Gewässernähe, welche nur noch extensiv bewirtschaftet werden dürfen, keinesfalls ein Verlust, wie Marcel Liner von Pro Natura erklärt. Die Naturschutzorganisation verlangt deshalb von den Landwirten, dass sie ihren Widerstand aufgeben und ihren eigenen hohen Bedarf an gutem Ackerland überdenken.

Angeregt durch die Zahlen aus dem Kanton Aargau interessieren sich nun auch immer mehr andere Kantone für Abklärungen bezüglich ihres Kulturlandverlustes ausserhalb der Bauzone und starten nun dementsprechend Projekte zu dessen Ermittlung.

3 Kommentare

  • Karel Novinar

    Diese zwei ersten Kommentare gehen gar nicht auf den Artikel ein und gehören nicht hierhin!
    Fakt ist, dass ein grosser Teil des Kulturlandverlusts von der Landwirtschaft selbst verursacht wird. Den Gewässerschutz oder die Direktzahlungen anzugreifen, erachte ich als Ablenkungsmanöver.

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  • fracheboud mario

    Die kommende AP müsste nach wenigen messbaren Kriterien Direktzahlungen steuern d.h. u.a. von den Flächenbeiträgen wegkommen – „Weniger gibt Mehr“. Es gäbe genügend messbare Indikatoren wie bspw. Anbaumethoden, Ressourcenschonungsporgramme, Dünger-/Emmissions- /Chemikalien und- Tier-Medikamentenbilanz. Letztlich sollten endlich Güllenentsorgungsstellen (a la BATREC) gebaut werden, um unsere Böden und Gewässer zu entlasten. Mit der Zerstörung der kleinbäuerlichen Strukturen – sind wir gänzlich auf dem falschen Weg!

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  • Ferdi Projer

    Die AP Agrarpolitik 2014-17 forciert den Ackerbau, dadurch werden vermehrt mit Giftstoffen gebeiztes Saatgut ausgebracht und die Böden massiv belastet. Auch irgendwie ein Verlust an Kulturland! Direktzahlungen müssten gezielt für schonendes Wirtschaften eingesetzt werden!

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