I© Cloudtail [CC-BY-SA-3.0], via flickr
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Weniger Wolfsrisse im Wallis dank Herdenschutzmassnahmen

  • Julia Hatzl
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Die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere (DJFW) hat für die Zeit zwischen dem 1. Januar und dem 31. Oktober 2017 eine Schadensbilanz der Wolfpräsenz im Wallis erstellt. Auf dem gesamten Kantonsgebiet wurden währen dieser Zeit 46 Nutztiere gerissen, deutlich weniger als im Vorjahr.

Bilanz der Risse

Im Kanton Wallis wurden insgesamt 46 Nutztiere im Zeitraum zwischen dem 1. Januar und 31. Oktober 2017 von Wölfen gerissen, deutlich weniger als im Vergleich zum Vorjahr mit 217 Rissen verteilt über das ganze Jahr. Im Oberwallis wurden im 34 Schafe gerissen, zusätzlich wurden sechs Nutztiere verletzt und mussten gepflegt werden. Die Risse erfolgten im Alpgebiet auf den Sömmerungsweiden. Im Mittelwallis wurden im gleichen Zeitraum 12 Schafe, ebenfalls im Alpgebiet, gerissen.

Von den insgesamt 46 gerissenen Nutztieren wurden 10 Tiere in Situationen gerissen, die gemäss den Herdenschutzvorgaben von Bund und Kanton als genügend geschützt gelten. 28 Tiere wurden auf behirteten Alpen mit freiem Weidegang und acht Tiere auf Alpen ohne Schutzmassnahmen gerissen. Dies ist wiederum ein Beweis, dass Herdenschutzmassnahmen massgeblich zu einem verbesserten Schutz der Nutztiere beitragen. Laut dem DJFW werden die bereits existierenden Massnahmen weiter ausgeweitet und angepasst. Der durch Wolfsrisse verursachte Gesamtschaden beläuft sich auf CHF 28’709.

Voraussetzungen für eine Wolfsregulation nicht erfüllt

Weder im Augstbordgebiet noch im Mittelwallis wurden innert der Frist von drei Monaten 15 Nutztiere in geschützten Situationen gerissen. Im Augstbord konnte wie bereits erwähnt zudem keine erneute Reproduktion festgestellt werden. Die Voraussetzungen für einen Regulationsantrag beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) sind somit gemäss Artikel 4 und 4bis der eidgenössischen Jagdverordnung für beide vorgenannten Kriterien nicht erfüllt. Die verglichen mit dem letzten Jahr (217 Fälle im Gesamten) tieferen Risszahlen hängen vermutlich in der jetzigen ersten Phase der Rudelbildung teilweise mit der veränderten Struktur der Wolfsbestände und dem Herdenschutz zusammen.

Herdenschutzberatung

Betreffend Herdenschutz hat die Dienststelle für Landwirtschaft in Zusammenarbeit mit der mandatierten Herdenschutz GmbH angepasstes Zaunmaterial angeboten und vertrieben. Die Beratung umfasste die Koordination, die technische Hilfestellung vor Ort und die lösungsorientierte Einführung von zumutbaren mittel- und längerfristigen Massnahmen auf den jeweiligen Heim- und Alpbetrieben. Die Massnahmen umfassen Zaunmaterial, Weideführung, Herdenschutzhunde, mobilen Herdenschutz und die Unterstützung bei Hirtenunterkünften. Auf Anfrage wurden bei drei behirteten Alpen nach den ersten Angriffen zusätzliche Herdenschutzmassnahmen in Form von elektrifizierten Zäunen, Nachtweiden und Nachtpferchen ergriffen, was das weitere Ansteigen der Risszahlen verhinderte.

Reproduktion im Mittelwallis

Mithilfe von Fotofallen wurden im Mittelwallis mindestens zwei Jungwölfe festgestellt, was auf die Präsenz eines Rudels schliessen lässt (naturschutz.ch berichtete). Die Zusammensetzung dieses Rudels ist nach wie vor Gegenstand von laufenden DNA-Analysen. Genetisch konnte bisher in diesem Gebiet einzig der bereits seit längerem bekannte männliche Wolf M73 nachgewiesen werden. Im Augstbordgebiet wurden zwar im Jahresverlauf mehrere Wölfe festgestellt (formell identifiziert wurden M59, F23, F24 und F28), eine erneute Fortpflanzung konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.

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