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Weniger Tierversuche

  • Stefanie Pfefferli
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In „Rekordzeit“ von vier Jahren hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine neue Richtlinie zur Prüfung von Chemikalien anerkannt. Dadurch müssen Chemikalien nicht mehr an mehreren Generationen von Tieren getestet werden, was zu einer deutlichen Reduktion von Tierversuchen führt. Die Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner (AG STG) fordert die Schweizer Regierung auf, diese Richtlinie so schnell wie möglich umzusetzen und gleichzeitig die entsprechenden Tierversuche zu verbieten.

Die Überprüfung möglicher schädlicher Wirkungen von Chemikalien auf Menschen ist international vorgeschrieben. Dabei gibt die OECD ihren Mitgliedsstaaten zur gegenseitigen Anerkennung von Testmethoden vor. Die neue Testvorschrift steht nun weltweit Firmen und Behörden zur sofortigen Anwendung zur Verfügung. Nun gilt es, diese neue Richtlinie möglichst schnell national umzusetzen.

Gegenwärtig werden für die Testung einer chemischen Substanz auf ihre Schädlichkeit bei Nachkommen bis zu 2600 Tierversuche durchgeführt. Sehr viele Tiere werden dabei insbesondere für die Zwei-Generationen-Studie verbraucht. Bei dieser wird den Tieren während Trächtigkeit und Säugezeit die Substanz täglich in den Magen gepumpt. Dasselbe danach ebenfalls ihren Jungen, bis diese selbst Junge haben und diese abgestillt sind. Mit der neuen Testvorschrift wird auf die Tierversuche an der zweiten Generation verzichtet. Dadurch müssen nach Angaben der Ärzte gegen Tierversuche e.V. pro Substanz bis zu 1400 Tiere weniger leiden und sterben. Somit können insgesamt mehrere Millionen Tierversuche eingespart werden.

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