Ratte

Weniger Tierversuche im Jahr 2012

  • Eliane Küpfer
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Die neue Statistik vom Bundesamt für Veterinärwesen zeigt, dass 2012 insgesamt 606‘434 Tiere in Experimenten verwendet wurden. Das sind 55‘694 weniger als im Vorjahr. Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN freut sich über die sinkende Zahl, doch ist sie überzeugt, dass diese Zahl weiter reduziert werden könnte.

„Das Bewilligungsverfahren für Tierversuche ist in der Schweiz streng. Nichts desto trotz sind diese Experimente fragwürdig. Auch wenn laut Gesetz nur Teste bewilligt werden, die durch eine Alternativmethode nicht ersetzt werden könnten“, so Corinne Abplanalp, Kampagnenleiterin bei VIER PFOTEN Schweiz. Denn die Ergebnisse der Tierversuche müssen auf Menschen übertragen werden. Doch solche Hochrechnungen sind laut VIER PFOTEN ungenau. „Der Unterschied zwischen Arten liegt nicht nur in ihrer Grösse, sondern auch in ihrer Anatomie, Physiologie, Metabolismus, Neurologie, Pharmakologie, usw.“, so Corinne Abplanalp. Menschen werden demnach mit einer grossen Wahrscheinlichkeit auf einzelne Stoffe und Komponenten anders reagieren als Versuchstier. „Von Tierstudien auf menschliche Patienten zu schliessen ist sehr bedenklich ist.“

Daher ist VIER PFOTEN der Meinung, dass die Tierversuche weiter reduziert werden könnten. Als Alternativen eignen sich Computermodelle, elektronische Scannings und Abbildungen sowie Molekularstudien oder sogar Forschungen mit Zellkulturen. „Diese Techniken sind von Vorteil, da sie sich nicht auf die Ausbeutung von Tieren für Menschen verlassen, sondern wissenschaftlich vergleichbare Daten verwenden. Sie sollten viel mehr vom Bund und Institutionen gefördert werden!“, verlangt Corinne Abplanalp.

Die Tierversuchsstatistik des Bundesamts für Veterinärwesen zeigt, dass das Jahr 2012 nicht der Minimalstand an Tierversuchen darstellt. In den Jahren 1998-2001 wurde die 600‘000-Grenze nicht überschritten. „Der Bund sollte mehr in Alternativmethoden oder in deren Forschung investieren!“, fordert Corinne Abplanalp von VIER PFOTEN abschliessend.

Bild © VIER PFOTEN

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1 Kommentar

  • Benedikt Schmidt

    Man muss sich aber auch bewusst sein, was gemäss Tierschutzgesetz alles als Tierversuch gilt. Wenn wir Amphibien in der Natur auf einen krankmachenden Pilz untersuchen, so gilt dies als Tierversuch: Wir fangen Amphibien, machen eine Hautabstrich mit einem Wattestäbchen und lassen die Tiere wieder frei. Gemäss Gesetz ist das ein Tierversuch. Für diese naturschutzrelevante Forschung haben wir im 2012 Hunderte Amphibien untersucht und jedes auf den Krankheitserreger beprobte Amphib erscheint in der Tierversuchsstatistik.

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