© FiBL, Adrian Krebs
© FiBL, Adrian Krebs

Weniger Schwermetalle in biologischen Lebensmitteln

  • Nicole Wabersky
  • -

Der Gehalt an wichtigen Antioxidantien ist in biologisch angebauten Nutzpflanzen und daraus verarbeiteten Produkten bis zu 60 Prozent höher als in konventionellen. Das hat ein internationales Expertenteam unter Leitung der Universität Newcastle (Grossbritannien) in der bislang grössten Studie ihrer Art herausgefunden.

Bei seiner Auswertung von 343 Studien zu den Inhaltsstoffen von biologisch und konventionell angebauten Feldfrüchten hat das Forschungsteam – darunter FiBL-Direktor Urs Niggli – festgestellt, dass der Wechsel zu einer Ernährung mit biologischem Obst, Gemüse und Getreide so viele zusätzliche Antioxidantien zur Verfügung stellen würde wie ein bis zwei zusätzliche Portionen Obst und Gemüse täglich.

Die im angesehenen British Journal of Nutrition veröffentlichte Studie zeigt zudem niedrigere Werte an toxischen Schwermetallen bei biologisch angebauten Feldfrüchten: So liegt der Gehalt an Kadmium fast 50 Prozent tiefer und auch bei Gesamtstickstoff (10 Prozent), Nitrat (30 Prozent) und Nitrit (87 Prozent) sind die Werte niedriger. Zudem zeigt die Studie laut Mitteilung, dass Pestizidrückstände bei konventionellen Kulturen viermal so wahrscheinlich sind.

„Die Untersuchung zeigt, dass nach biologischen Standards produzierte Nahrung zu einer erhöhten Aufnahme ernährungsphysiologisch erwünschter Antioxidantien und zu einer geringeren Gefährdung durch toxische Schwermetalle führen kann“, so der Leiter der Studie Carlo Leifert, Professor für biologische Landwirtschaft an der Universität Newcastle.

„Die Debatte bio versus nicht-bio läuft bereits seit Jahrzehnten. Die Aussage dieser Studie ist jedoch überwältigend.“ so Leifert. „Wir haben zweifelsfrei gezeigt, dass sich biologisch und konventionell angebaute Kulturpflanzen bezüglich ihrer Nährwertzusammensetzung unterscheiden. Jetzt ist es dringend notwendig, gut überwachte Ernährungsstudien mit Menschen zu machen.“

Dies könnten Interventionsstudien sein mit zwei Gruppen, welche sich über längere Zeit biologisch oder konventionell ernähren oder Kohortenstudien, wo viele tausend Menschen zu Ernährungsgewohnheiten und Gesundheit untersucht würden.

 

Beitrag kommentieren