Weniger Mädchen wegen AKWs?

  • Monika Jung
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akwDie PSR/IPPNW Schweiz – Ärztinnen und Ärzte für soziale Verantwortung und zur Verhütung eines Atomkrieges – machen darauf aufmerksam, dass das Verhältnis von Knaben- zu Mädchengeburten in der Umgebung von Atomkraftwerken gestört ist. Dies weist eine im Oktober 2010 veröffentlichte epidemiologische Studie aus München nach.

Frauen, die in Deutschland oder der Schweiz im Umkreis von 35 km einer der untersuchten 31 Atomanlagen leben, haben in den letzten 40 Jahren gemäss Einschätzung der Studienautoren näherungsweise 15 000 Kinder – vor allem Mädchen – verloren. Dieser Zusammenhang wurde jetzt erstmals bei Atomkraftwerken im Normalbetrieb nachgewiesen und ist hochsignifikant. Ob der Verlust der Schwangerschaften im Sinne einer Schädigung des Erbguts durch die radioaktiven Emissionen aus Atomkraftwerken interpretiert werden muss, ist dringend zu klären. Die Besorgnis über diese neuesten Befunde ist umso begründeter, da mehr als ein Drittel aller Geburten in der Schweiz Mütter betrifft, die im Umkreis von bis zu 35 km von der nächsten Atomanlage wohnen.

Claudio Knüsli, Präsident der Ärzt/innen gegen Atomkrieg Schweiz, sagt in einem Interview der Wochenzeitung (WOZ): „Eine verantwortungsbewusste Gesellschaft darf sich die folgenschwere Atomtechnologie nicht leisten. Die medizinischen Argumente sind nicht zu übersehen, deshalb müssen wir auf Atomenergie verzichten.“

Die PSR/IPPNW Schweiz fordern seitens der Behörden eine rasche Überprüfung der Studiengrundlagen und der Ergebnisse sowie eine Stellungnahme zu der Mitteilung über das gestörte Zahlenverhältnis (Sex Odds).

Artikel in der WOZ

PSR/IPPNW Schweiz

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