Weniger Holz geerntet

  • Barbara Darani
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wald22008 nahm die im Schweizer Wald geerntete Holzmenge um 7,5 Prozent auf 5,3 Millionen Kubikmeter ab. Dies geht aus der Forststatistik 2008 der Bundesämter für Statistik BFS und für Umwelt BAFU hervor. Die inländische Holznachfrage blieb weiterhin gut. Produktionsdrosselungen der europäischen Holzindustrie führten zu sinkenden Holzerlösen. Diese neuen Voraussetzungen wirkten sich auf den Holzaussenhandel aus.

Das Jahr 2008 stand für die Schweizer Waldwirtschaft trotz der sich anbahnenden Konjunkturverschlechterung im Zeichen eines relativ ruhigen und stabilen inländischen Holzmarktes. Im Gegensatz zum angrenzenden Ausland blieb der Schweizer Wald von grösseren Sturmereignissen und Schadholzmengen verschont.

Dennoch nahm die in Schweizer Wäldern geerntete Holzmenge 2008 im Vorjahresvergleich um 7,5 Prozent auf 5,3 Millionen Kubikmeter ab. Der Rückgang betrifft fast alle Sortimente. Einzig die Nutzung von Waldenergieholz hat trotz des milden Winters 2007/2008 zugenommen, während die Industrieholzernte und die Nadelstammholz-Ernte zurückgingen. Der Industrieholz-Bedarf wurde durch das Überangebot an Sturmholz aus dem Ausland verstärkt durch Importe gedeckt. Auch die Nutzungsabnahme des Nadel-Stammholzes ist im internationalen Kontext zu verstehen.

Mit knapp 83 Franken verdienten die Forstbetriebe pro Kubikmeter verkauftes Holz im Jahresdurchschnitt mehr als 2007 (81 Fr.). Wegen des ab Frühling 2008 sinkenden Preisniveaus hielten die Waldeigentümer und Forstbetriebe ihre Holzschläge in der zweiten Jahreshälfte jedoch stark zurück. Die geringeren Erntemengen führten zu gesamthaft tieferen Einnahmen aus der Holzproduktion des Hauptbetriebes. Die Ausgaben im Hauptbetrieb (Waldpflege, Holzernte und Strassenunterhalt) blieben konstant. Die Beiträge der öffentlichen Hand nahmen gesamtschweizerisch etwas zu. Dennoch vergrösserte sich das Defizit im Hauptbetrieb um rund 17% auf 28 Mio. Franken.

Die Holzerlöse hängen weitgehend von der internationalen Holzmarktlage ab und können von den Waldbewirtschaftenden kaum beeinflusst werden. Eine Verbesserung der Deckungsbeiträge kann nur über Kostensenkungen erfolgen –  zum Beispiel durch überbetriebliche Kooperationen oder die Zusammenarbeit mit Forstunternehmern. Um eine volkswirtschaftlich optimale Leistungserbringung zu ermöglichen und die von der Gesellschaft nachgefragten gemeinwirtschaftlichen Leistungen angemessen zu entschädigen, müssen die Kosten transparent erfasst und abgegolten werden.

BAFU

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