Weniger Helikopterflüge – mehr Ruhe in den Bergen

  • Monika Jung
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heliskiing_kleinDie vorgeschlagene Regelung des Bundes für Starts und Landungen von Helikoptern ausserhalb von Flugplätzen finden die Umweltverbände ungenügend. Am 10. Dezember 2010 läuft die Frist für die vom Bundesrat in die Vernehmlassung gegebene Aussenlandeverordnung ab. Starts und Landungen ausserhalb von Flugplätzen erfolgen fast ausschliesslich durch Helikopter. Die im Alpenschutz tätigen Verbände Mountain Wilderness, Pro Natura, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz SL, SVS/BirdLife Schweiz und VCS Schweiz sind mit den vorgeschlagenen Regelungen grösstenteils nicht einverstanden.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL schlägt vor, dass in Zukunft bei Schweizer Helikoptern die Bewilligungspflicht für Aussenlandungen aufgehoben und durch Regeln für die Landungen ersetzt wird. Die Vorlage ist unübersichtlich und es ist nicht ohne weiteres ersichtlich, was nun erlaubt ist, da viele Ausnahmebewilligungen des zuständigen Bundesamtes möglich sein werden. Die Umweltverbände fordern deshalb, dass das BAZL die Ausnahmebewilligungen öffentlich publizieren muss sowie eine Statistik darüber führt. Nötig sind ausserdem strengere Einschränkungen von Aussenlandungen zu touristischen oder sportlichen Zwecken. Die Bevölkerung der Bergregionen sowie die Feriengäste leiden durch den Lärm. Die Ruhe der Bergwelt ist jedoch eine der wichtigsten Grundlagen des Schweizer Tourismus.

Die Umweltverbände erwarten zudem, dass geltende Gesetze im Naturschutz bei der Erarbeitung neuer Verordnungen von den zuständigen Bundesämtern von sich aus aufgenommen werden. Bereits in der Anhörung zu dieser Verordnung mussten die Umweltverbände das BAZL deutlich darauf hinweisen, dass gemäss den Verordnungen zu fast allen Biotopen von nationaler Bedeutung Aussenlandungen sowohl im Kernbereich wie in den Pufferzonen der Gebiete unmöglich sind, da sie den Schutzzielen widersprechen. Trotzdem sind in der aktuellen Version der Vorlage ökologisch ausreichende Pufferzonen bei Biotopen von nationaler Bedeutung wie z.B. den Mooren oder Auen immer noch nicht vorgesehen. Geltende Gesetzgebungen im Naturschutz müssen zukünftig besser in die Arbeit von Bundesämtern wie dem BAZL integriert werden.

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