Diesel Abgas LKW

Weniger Dräck

  • Nora Kieselbach
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Die schweizerische Umweltschutzgesetzgebung verlangt, dass die Emissionen krebserregender Stoffe minimiert werden. Mit dem „Aktionsplan gegen Feinstaub“ des Bundesrates aus dem Jahr 2006 hat die Schweiz bei der Bekämpfung von Dieselruss eine Vorreiterrolle übernommen. Wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) mitteilt, vermittelt die nun neu erschienene Broschüre „Weniger Russ aus Dieselmotoren“ einen Überblick über die aktuelle Situation – und die ist durchaus erfreulich, denn es sind erste Erfolge bei der Reduktion von Dieselruss in der Schweiz zu verzeichnen.

Der Anteil der dieselbetriebenen Fahrzeuge ist bei den Personenwagen in der Schweiz seit mehreren Jahren steigend und lag 2010 bei knapp 20 Prozent. Der „Aktionsplan gegen Feinstaub“ von 2006 hat glücklicherweise wesentlich dazu beigetragen, dass die meisten Käuferinnen und Käufer von Diesel-PWs umweltverträglichere Modelle mit einem effizienten Russfilter bevorzugten. Bei den Nutzfahrzeugen werden jedoch erst mit der kommenden EURO VI Norm flächendeckend Partikelfilter eingesetzt. Deshalb hat der Bundesrat Anreize bei der LSVA und bei der Rückerstattung der Mineralölsteuer geschaffen, um die Ausrüstung von Bussen und Lastwagen mit einer effizienten Abgasnachbehandlung zu fördern.

Der Bund hat ausserdem für Dieselmotoren, die nicht im Strassenverkehr zum Einsatz kommen, speziell bei Baumaschinen, Schiffen und Lokomotiven, strenge technische Anforderungen erlassen. Wesentliches Ziel war dabei der Schutz der Beschäftigten, der Anwohnerinnen und Anwohner sowie der Passantinnen und Passanten. Durch das Erfordernis, Baumaschinen mit Partikelfiltersystemen nachzurüsten, hat der Russausstoss in diesem Segment zwischen 2005 und 2010 um fast zwei Drittel abgenommen –  von jährlich 270 auf rund 100 Tonnen.

Dieselruss ist krebserregend und ein besonders toxischer Bestandteil des gesundheitsschädigenden Feinstaubs in unserer Atemluft. Die Ultrafeinpartikel können bereits in kleinsten Mengen die Atemorgane schädigen und das Herzkreislaufsystem beeinträchtigen. Die krebserregende Wirkung von Dieselruss bei Menschen wurde vor kurzem durch ein Expertengremium der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigt.

Weitere Informationen

Broschüre „Weniger Russ aus Dieselmotoren“(pdf)
Aktionsplan gegen Feinstaub

Bild: U.S. Environmental Protection Agency (Wikimedia Commons)

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