Rio de Janeiro Slum Favela

Wenig Mut am Zuckerhut

  • Nora Kieselbach
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In Rio werden heute zum Abschluss des UNO-Erdgipfels 49 blutleere Seiten verabschiedet; dies teilte der WWF Schweiz enttäuscht mit. Für die Umweltorganisation ist es erschreckend, wie ambitionslos die Weltpolitik unsere Zukunft verhandelt. Doch es gibt auch noch ein Rio ausserhalb des Konferenzzentrums.

Rio+20 war die Chance, einen Plan für eine bessere Zukunft der Erde zu schmieden und einen Aufbruch wie an der Rio-Konferenz vor 20 Jahren anzustossen. Diese Chance wurde grandios verpasst. „Es ist erschreckend, wie ambitionslos die Weltpolitik unsere Zukunft verhandelt – wider besseres Wissen“, sagt Felix Gnehm, Entwicklungsexperte beim WWF Schweiz und Mitglied der offiziellen Schweizer Delegation in Rio.

Immerhin haben die Entwicklungs- und Schwellenländer das Schlussdokument stark mitgeprägt. Das ist positiv, denn damit sind sie nun stärker in der Verantwortung, selbst zu einer nachhaltigen Entwicklung beizutragen. Die Hauptverantwortung liegt aber immer noch bei den Industriestaaten mit ihrem gigantischen Ressourcenverbrauch. Auch die Schweiz steht in der Pflicht. So liegt sie mit ihren Ausgaben für die internationale Zusammenarbeit immer noch unter dem in Rio bekräftigten Ziel von 0,7% des Nationaleinkommens. „Die Schweiz muss jetzt mit Taten zeigen, dass ihr nachhaltige Entwicklung für Mensch und Umwelt ernst ist!“, fordert Felix Gnehm.

Deutlich positiver als das offizielle Schlussdokument werden die vielen Ideen und Initiativen in Erinnerung bleiben, die rund um den Gipfel diskutiert wurden. Solche Initiativen von Privaten und Unternehmen, Städten und Staaten machen Hoffnung. „Rio hat bestätigt: Die Nachhaltigkeit muss noch stärker von unten kommen. So schaffen wir die Zukunft, die wir wollen und brauchen“, sagt Felix Gnehm.

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WWF Schweiz

Bild: chensiyuan (Wikimedia Commons)

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