Albis, Felsenegg, Zimmerberg und die Voralpen im Nebelmeer, Ansicht vom Uetliberg, Klima, Energie

Wenig Begeisterung für Energiestrategie

  • Manuela Just
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Der Bundesrat hält am Atomausstieg fest. Das freut Umweltverbände und Grüne. Auf wenig Begeisterung hingegen stösst die Strategie, mittels welcher der Ausstieg erreicht werden soll.

Die Modellrechnungen des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) bestätigen, dass der schrittweise Ausstieg aus der Kernenergie machbar ist und sich die volkswirtschaftlichen Auswirkungen in Grenzen halten, so der Bundesrat in seiner Medienmitteilung. Mit dem Szenario „Neue Energiepolitik“ soll der Gesamtenergieverbrauch der Schweiz gegenüber der Trendentwicklung bis 2050 um 70 TWh sinken. Dies soll insbesondere durch Anreize im Gebäudebereich und der Industrie erreicht werden. Nach 2020 soll das bestehende Fördersystem in ein Lenkungssystem übergehen. Die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien soll um einen Drittel erhöht werden, um den schrittweisen Abbau der Produktion aus Kernenergie zu ersetzen. Um die Versorgungssicherheit der Schweiz zu gewähren, sieht der Bundesrat einen Zubau von WKK und Gaskombikraftwerken als nötig an. Gleichzeitig möchte er an den bestehenden Klimazielen festhalten.

Grüne und Umweltverbände reagieren kritisch auf die vorgestellte Energiestrategie. Mit den vorgeschlagenen Massnahmen bleibt eine nachhaltige Energieversorgung der Schweiz noch unerreichbar, so Greenpeace, Pro Natura, der Verkehrsclub der Schweiz VCS, die Schweizerischer Energie-Stiftung SES und der WWF Schweiz in einer gemeinsamen Medienkommunikation. Besonders kritisch stehen Grüne und Umweltverbände dem Ausbau von Gaskraftwerken entgegen. Deutlich höheres Potenzial als in der Strategie beinhaltet sehen sie bei der Photovoltaik und der Energieeffizenz. Mit eleganten und bewährten Instrumenten liesse sich das gigantische Stromsparpotenzial bei Haushalten und KMU erschliessen. Allen voran mit einer Lenkungsabgabe, die an Bevölkerung und Wirtschaft zurückfliesst. Doch der Bundesrat verschiebt diesen Entscheid auf die nächste Politiker-Generation. Stattdessen setzt er de facto auf teure Gaskraftwerke, die uns vom Ausland abhängig machen und das Klima ruinieren, so die Umweltverbände.

Auf der Grundlage der Entscheide des Bundesrats zum Energiepaket 2050 arbeitet das UVEK die erforderlichen Verfassungs- und Gesetzesanpassungen aus. Diese werden Ende Sommer 2012 in eine Vernehmlassung geschickt. Die Umweltverbände fordern den Bundesrat auf, in der Botschaft fürs Parlament die notwendigen Massnahmen folgen zulassen.

Weitere Informationen

www.pronatura.ch/aktuell
www.wwf.ch/medien
www.vcs-ate.ch
www.energiestiftung.ch
www.greenpeace.ch
www.gruene.ch

Bild: Roland zh (Wikimedia Commons)

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