Nashorn

Weltweite Kampagne gegen Wilderei lanciert

  • Nora Kieselbach
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Zehntausende von Elefanten und Hunderte von Nashörner werden jährlich grausam abgeschlachtet, die Wilderei grassiert wie nie zuvor. Jetzt nimmt der WWF mit einer weltweiten Aktion den Kampf gegen das Verbrechen auf.

Vor allem in Afrika mussten noch nie so viele Elefanten und Nashörner wegen ihrer Stosszähne und Hörner sterben wie in den letzten Jahren: mindestens 38,5 Tonnen Elfenbein wurden 2011 beschlagnahmt – was den Stosszähnen von über 4000 Elefanten entspricht. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs, die Dunkelziffer ist viel höher. Schätzungen zufolge kommen jährlich Zehntausende afrikanische Elefanten um. Noch dramatischer ist die Lage bei den Nashörnern. Die Wilderei stieg in Südafrika in den letzten fünf Jahren um mindestens 3000 Prozent! Allein 2012 wurden schon mehr als 370 Tiere getötet.

Die Folgen für die Tierarten sind fatal: In Vietnam wurde das Java-Nashorn vermutlich schon 2010 von Wilderern ausgerottet, und den afrikanischen Nashörnern droht das gleiche Schicksal. Die Elefanten-Population in Zentralafrika hat sich in nur zwölf Jahren zwischen 1995 bis 2007 in den untersuchten Gebieten mehr als halbiert. Höchste Zeit zum Handeln!

Die Hörner und das Elfenbein gehen illegal vor allem nach Asien, wo die ständig zunehmende Nachfrage zu einer explosionshaften Zunahme der Wilderei geführt hat. Nashorn-Pulver wird dort mit Gold aufgewogen, die Stosszähne eines Elefanten bringen mehrere zehntausend Euro. Bei dem blutigen Geschäft mit Nashorn und Elfenbein sind internationale Verbrechersyndikate beteiligt. Der Gesamtwert des illegalen Handels mit Arten aus der Wildnis wird auf mindestens acht Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Wilderei und Schmuggel gehören zu den fünf einträglichsten Sparten der internationalen Kriminalität – vergleichbar mit Waffen-, Drogen- und Menschenhandel. Bestraft werden die Täter kaum, und wenn, dann häufig zu milde.

Mit dem Geld finanzieren Verbrecherorganisationen sogar lokale Konflikte, vor allem in Zentralafrika. Wilderei ist nicht nur ein Verbrechen an der Natur, ganze Staatengebilde werden destabilisiert.

Die weltweite WWF-Kampagne will Regierungen in Zentralafrika, Thailand, China, Vietnam und die Vereinten Nationen dazu bringen, Wilderei und den illegalen Handel mit Wildtieren endlich als schwere Verbrechen einzustufen – und entsprechend hart zu ahnden. Denn ohne mehr Kontrollen, mehr Prozesse und höhere Strafen wird das Abschlachten unvermindert weitergehen. Schärfere Gesetze und Strafverfolgung werden hingegen Wilderei, Handel und Nachfrage erheblich reduzieren helfen.

Der WWF wird daher weltweit in den nächsten Monaten massiv auf Politik und Gesellschaft einwirken, um Angebot und Nachfrage zu bekämpfen – ganz nach dem Motto: Stoppt das Mordsgeschäft! Gemeinsam gegen die Wildtiermafia.

Weitere Informationen

WWF International

Bild: Brocken Inaglory [CC-BY-SA-3.0-2.5-2.0-1.0] via Wikimedia Commons

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