© akamarpreet [CC-BY-SA-2.0], via foter.com
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Weltwassertag – Die Ressource Abwasser

  • Mélanie Guillebeau
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Der Weltwassertag jährt sich heute bereits zum 24. Mal. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht dieses Jahr die zunehmende Abwasser-Problematik.

Mit dem Ziel die Bevölkerung auf Themen rund um unser Wasser – dessen Verschmutzung, Verschwendung und Mangel – zu sensibilisieren, haben die Vereinten Nationen den Weltwassertag ins Leben gerufen. In der Regel treten Themen der vereinbarten Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) in den Fokus.Weltwassertag LogoDer heutige Weltwassertag steht im Zeichen des Abwassers. Reduktion von Wasserverschmutzung, Halbierung der Menge von unbehandeltem Wasser und vermehrte Wiederverwendung: Dies stellen die Meilensteine dar, welche bis 2030 den Weg zu einer verbesserten, sicheren und sauberen Wasserversorgung ebnen sollen.

Abwasser aus Haushalten

In der Schweiz sind alle Haushalte an eine zentrale Abwasser-Reinigungsanlage (ARA) angeschlossen, womit eine Aufarbeitung und Wiederverwendung von gebrauchtem Wasser gewährleistet wird. Weltweit hingegen sieht die Situation anders aus: 80% des generierten Abwassers werden ohne jegliche Behandlung oder Wiederverwendung ins Ökosystem eingespeist. In der Folge beziehen 1.8 Milliarden Menschen Trinkwasser, welches mit Fäkalien kontaminiert ist, wodurch sie sich der Gefahr von Krankheiten wie Kinderlähmung, Cholera oder Typhus aussetzen.

In der Regel gewährleisten ARA's die Aufbereitung unserer Abwasser. Doch bei starken Regenfällen wird auch bei uns Abwasser direkt in die Flüsse gespült.
In der Regel gewährleisten ARA’s die Aufbereitung unserer Abwasser. Doch bei starken Regenfällen wird auch bei uns Abwasser direkt in die Flüsse gespült. @ Mélanie Guillebeau

Abwasser aus der Landwirtschaft

Eine weitere Gefahr geht von Pestiziden und chemischen Düngern aus, die in der Landwirtschaft zum Einsatz kommen. Bei Regenfällen werden diese in umliegende Gewässer geschwemmt oder versickern ins Grundwasser, wodurch qualitativ einwandfreies Wasser zunichte gemacht wird. Wenn zur Bewässerung auch noch sauberes Trinkwasser verwendet wird, verschärft sich die Situation weiter.

Ressource Abwasser

Entgegen der überwiegenden Meinung stellt Abwasser eine wichtige Ressource dar – mit der Voraussetzung, dass Verunreinigungen, Chemikalien und Krankheitserreger durch vorhergehende Behandlungen entfernt worden sind.

Aufbereitetes Abwasser aus Haushalten kann in der Landwirtschaft zur Bewässerung genutzt werden, wo es dank der hohen Nährstoffanteile zusätzlich als Dünger dient. An der Eawag geht man sogar noch einen Schritt weiter und verarbeitet den Urin im Abwasser zu Dünger, welcher unter dem Handelsnamen „Aurin“ offiziell erworben werden kann.

Ebenso ist industrielles Abwasser verwertbar, wie das Beispiel einer kleinen südafrikanischen Stadt zeigt. Das Abwasser der ansässigen Miene wird behandelt und kann dadurch ohne Bedenken in umliegende Gewässer entlassen werden. Zudem wird Wasser aus der Mine auf Trinkwasser-Standard aufgereinigt. Insgesamt werden damit 12% des täglichen Wasserbedarfs der Stadt gedeckt.

Waschwasser – sprich Wasser, welches nach dem Duschen, Geschirrspülen oder Händewaschen abläuft – stellt zudem eine Wärmequelle dar. Waschwasser besitzt eine Durchschnittstemperatur von 30 Grad Celsius und somit nutzbare thermische Energie. Mit dieser könnte zum Beispiel Wasser zum Duschen vorgewärmt werden.

Die Wiederverwendung von Abwasser oder auch der Gebrauch von Regenwasser ist ein Ansatz mit grossem Potenzial und sollte angesichts der weltweit zunehmenden Wasserknappheit weiter ausgeschöpft werden.

 

 

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