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Welttierschutztag als Gedenktag

  • Judith Schärer
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Trotz Bemühungen von verschiedenen Seiten ist die Zahl der verwendeten Tiere für Tierversuche in der Schweiz im Jahr 2014 um 2,8% gestiegen. Über 600’000 Tiere starben 2014 in Schweizer Labors. Am Welttierschutztag vom 4. Oktober gedenkt man nun all der Tiere, die ihr Leben für diese grausame und nutzlose Forschung lassen mussten und immer noch müssen.

Tierversuche sind grausam und die Übertragbarkeit auf den Mensch ist höchst umstritten – und wurde bereits mehrmals wissenschaftlich widerlegt – trotzdem müssen noch immer weltweit unzählige Tiere in den Labors sterben. Tiere verspüren Angst, Freude, Schmerz, Liebe und Zusammengehörigkeit wie wir Menschen – jedoch im Versuchslabor wird ihnen alles geraubt. Die Aussage von Dr. med. vet. Corina Gericke der Ärzte gegen Tierversuche e.V. zeigt kurz und prägnant auf, weshalb Tierversuche nicht vertretbar sind: „Wenn Tiere und Menschen einander ähnlich sind, verbieten sich solche Versuche aus ethischen Gründen, wenn sie sich nicht ähnlich sind, machen sie wissenschaftlich keinen Sinn“.

Der wissenschaftliche Nutzen von Tierversuchen ist äusserst umstritten. Die amerikanische Arzneimittelzulassungsstelle (FDA) hat 2004 errechnet, dass 92% aller Medikamente, welche im Tierversuch wirksam sind und als unbedenklich gelten, bei Menschen wirkungslos oder sogar gefährlich sind und daher gar nicht erst zugelassen werden. Mehr als 10 Jahre danach hat sich diese Zahl nicht etwa verbessert sondern sogar noch verschlechtert. Aktuell veröffentlichte wissenschaftliche Studien kommen zum Ergebnis, dass sogar 95 % der in Tierversuchen für sicher und wirksam befundenen Arzneien beim Test an Menschen versagen. Potentiell nützliche Medikamente werden hingegen Patienten vorenthalten, da sie wegen des «Irrwegs» Tierversuch bereits aussortiert wurden. Damit sind Tierversuche ein Lotteriespielt auf Kosten der Gesundheit der Patienten und verursachen unheimlich grosses Leid bei unzähligen Tieren.

Dieses Risiko und grosse Leid wären gar nicht nötig, denn es gibt unzählige tierleidfreie Forschungsmethoden. Diese ermöglichen ein besseres Verständnis von Krankheiten  und verringern das Risiko der Nebenwirkungen von Medikamenten. Innovative, tierversuchsfreie Testmethoden sind ein klarer Fortschritt und sollten gefördert werden.

Der Welttierschutztag findet seit 1925 jedes Jahr am Namenstag von Franz von Assisi, einem besonders tierliebenden Mönch, statt. Mit diesem globalen Gedenktag soll auf das Leid der Tiere aufmerksam gemacht werden. In verschiedenen Städten weltweit finden an diesem Tag Demonstrationen und Gedenkfeiern statt- denn kein Tier ist je vergessen.

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