IBA

Erste Weltkarte wichtiger Vogelgebiete

  • Monika Jung
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IBADieser Tage diskutieren die Fachleute am UNO-Biodiversitätsgipfel in Nagoya, wieviele Schutzgebiete es auf der Welt überhaupt braucht und wo diese liegen müssen. Als Grundlage dazu stellt BirdLife International die neue Weltkarte aller wichtigen Vogelgebiete (Important Bird Areas IBA) vor. Erstmals in der Geschichte des Naturschutzes wird darin aufgezeigt, wo weltweit die Naturschutzgebiete liegen müssen. Für die Schweiz hat der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz an den IBAs mitgearbeitet. Die BirdLife Partner in 120 Ländern haben aufgrund einheitlicher Kriterien anhand des Vorkommens bestimmter Vogelarten über 10‘000 solcher Important Bird Areas festgelegt.

Vögel gelten als besonders gute Indikatoren für den Zustand der Biodiversität. So sind diese Gebiete nicht nur für Vögel wichtig, sondern auch für andere Tier- und Pflanzenarten. Die IBAs sind somit Horte von besonders hoher Biodiversität, wie in Nagoya betont wurde. In Uganda zum Beispiel machen die IBAs lediglich 8 Prozent der Landesfläche aus. Sie beherbergen aber ganze 74 Prozent der dort bisher festgestellten 1247 Schmetterlingsarten und sogar 82 Prozent der endemischen Arten.

Weltweit stehen zurzeit nur 26 Prozent der wichtigen Vogelgebiete  unter vollem Schutz. Das Schutzgebietsnetz auf der Erde weist somit gefährliche Lücken auf. In der Schweiz hat es 31 IBAs. Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz und die Schweizerische Vogelwarte Sempach bauen seit Ende 2008 ein Monitoring der Important Bird Areas auf, um den Zustand der Gebiete zu überwachen und bei negativen Veränderungen rechtzeitig handeln zu können. Der Schweizer Vogelschutz SVS setzt sich dafür ein, dass diese für die Biodiversität wichtigen Gebiete in der Schweiz einen offiziellen Schutzstatus erhalten.

Weitere Informationen zu den Important Bird Areas IBA

Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz

Bild: BirdLife International

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