Diskriminierung von rötlichem Kalbfleisch

  • Manuela Just
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Der Schweizer Tierschutz STS lud in der vergangenen Woche zum zweiten „Kälbergipfel“ nach Bern. Alle Anwesenden waren sich einig: Auch in der Kälbermast ist dem Tierwohl höchste Priorität einzu­räumen. Trotzdem konnte bezüglich der Abschaffung der Preisabzüge für rötliches Kalbfleisch kein Konsens gefunden werden.

Die Umsetzung der ab September 2013 geltenden Tierschutzvorschriften zur artgemässen Fütterung von Kälbern (bessere Eisenversorgung durch Zufütterung von Heu und uneingeschränkte Wasserversorgung) hat konsequent zu erfolgen. Das stärkt laut STS die Tiergesundheit und die Qualität des Fleisches.

Dennoch: Der Irrglaube, helles Kalbfleisch sei besonders edel, hält sich hartnäckig. Die helle Färbung ist die Folge nicht artgerechter Haltung und Fütterung in der Aufzucht. Die rötliche Farbe des Fleisches dagegen ist ein Qualitäts- und Gesundheitsmerkmal, schreibt der STS in einer Medienmitteilung. Dieser weitverbreitete Irrglaube liess schliesslich auch die Abschaffung der Farbabzüge, also der Preiseinbussen für rötliches Kalbfleisch, scheiterten. Bevor die Farbabzüge abgeschafft werden können, will der Fleischfachverband einen Beweis für die Akzeptanz des rötlichen Fleisches seitens der Konsumenten.

Eine landesweite Informationskampagne des Branchenverbandes Proviande soll die Akzeptanz des rötlichen Kalbfleisches erhöhen. Zur eindeutigen, qualitativen Abgrenzung von Rind- und Kalbfleisch hat der Verband der Kälbermäster seinerseits die Festsetzung einer Alterslimite vorgeschlagen.

www.tierschutz.com

Bild: Dave Young from Taranaki, New Zealand (Wikimedia Commons)

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