Weizen -Triticum_polonicum

Weitere Versuche mit GVP in Planung

  • Corinna von Kürthy
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Ab diesem Frühjahr sollen an verschiedenen Standorten in der EU Experimente mit gentechnisch veränderten Pflanzen stattfinden. Die Europäische Kommission hat heute entsprechende Anträge veröffentlicht, darüber entscheiden werden nationale Behörden. Während der Agrochemiekonzern Monsanto in Rumänien einen Gentechnik-Mais testen will, plant ein französisches Forschungs- institut die Freisetzung von transgenen Pappeln.

Wie die Eidg. Forschungsanstalt Agroscope heute in einer Medienmitteilung verkündete, sollen auch in der Schweiz ab 2014 erneut Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP) durchgeführt werden. Durch die Versuche sollen Möglichkeiten und Grenzen der grünen Gentechnologie identifiziert werden. „In Feldversuchen mit gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP) gehen Forschende einerseits der Frage nach, wie sich diese Pflanzen in der Umwelt verhalten. Anderseits sollen neue GVP für die Landwirtschaft hinsichtlich Nutzen und Risiken untersucht werden“, erklärt Michael Winzeler, Leiter des Forschungsbereichs Biodiversität und Umwelt- management von Agroscope.

Für die geplanten Versuche etabliert Agroscope am Standort Reckenholz (ZH) ein Versuchsfeld als Dienstleistung für Forschende. Um die Verbreitung der Versuchspflanzen und auch die Zerstörung der Versuche durch Vandalenakte zu verhindern, soll ein geschützter Versuchsstandort, eine „Protected Site“, eingerichtet werden. Die „Protected Site“ bietet rund drei Hektaren Versuchsareal. Dort könnten ab 2014 unter anderem gentechnisch veränderte Weizenlinien der Universität Zürich, sowie weitere Kulturpflanzen (z. B. Kartoffeln) im Freiland gesät und getestet werden. Vorbereitet wird das Versuchsfeld im laufenden Jahr, die erste Aussaat ist im Frühling 2014 vorgesehen.

Am Standort Reckenholz (ZH) fand bereits von 2008 bis 2010 ein Feldversuch mit GVP im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms „Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen“ statt. Auch diese Versuche sollen laut Agroscope in Zukunft weitergeführt werden.

Für die Freisetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen (GVP) braucht es gemäss Gentechnikgesetzt (GTG) jedoch eine Bewilligung des Bundesamt für Umwelt (BAFU). Die Universität Zürich hat aus diesem Grund ein Bewilligungsgesuch für die Freisetzung von gentechnisch verändertem Weizen bereits eingereicht.

Ob Agroscope eine Bewilligung für die geplanten Versuche bekommt, bleibt abzuwarten. Europaweit warnen Naturschutzverbunde jedoch davor, dass die langfristigen Folgen für Natur und Umwelt durch GVP unabsehbar seien.

Bild: Böhringer friedrich [CC-BY-SA-2.5], via Wikimedia Commons

Weitere Informationen

Monsanto-Mais in Rumänien, Gentech-Bäume in Frankreich

Eidg. Forschungsanstalt Agroscope

Bundesamt für Umwelt BAFU

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