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Weinberge: Neue Arten entdeckt

  • Sophie Ryser
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Weinberge produzieren nicht nur Wein, sie sind auch wichtige Rückzugsgebiete für diverse Pflanzen und Tiere. Welche Faktoren die Biodiversität von Pflanzen und Invertebraten in den Weinbergen beeinflussen, hat das Projekt BioDiVine untersucht. Dieses setzt sich aus Forschern der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW und des Kantonalen Naturhistorischen Museums MCSN zusammen. Dabei sind sie in Weinbergen der italienischen Schweiz auf unerwartete Reichtümer gestossen. Konkret wurden 19 Arten neu entdeckt, 11 Spinnenarten, 7 Zikadenarten und eine Käferspezies.

Diese Arten waren zwar bereits aus anderen Ländern bekannt, allerdings ist es das erste Mal, dass sie in der Schweiz festgestellt wurden. Vermutlich wurden sie durch den Menschen verbreitet, auch der Klimawandel könnte dazu beigetragen haben. Einige Arten waren wahrscheinlich aber auch schon länger bei uns heimisch, wurden bis jetzt aber noch nie wissenschaftlich erhoben. Grundsätzlich sind die gefundenen Arten alle unschädlich, einige könnten sogar zur biologischen Kontrolle von Rebenschädlingen genutzt werden.

Weinberge sind deshalb oft sehr artenreich, da sich zwischen den Reben meist Wiesenstreifen befinden, in welchen diverse Insekten und Spinnen leben. Diese wiederum locken Vögel und auch Reptilien an. Zusätzliche Elemente wie Trockenmauern oder Steinhaufen bieten weitere Rückzugsorte. In den untersuchten Rebbergen wurde die grösste Anzahl von Arten in jenen mit Schräghängen gefunden. Dies wahrscheinlich deshalb, weil diese schwieriger zu bewirtschaften sind und deshalb weniger intensiv genutzt werden.

Biodiversität in Weinbergen ist wichtig, da durch eine hohe Artenvielfalt auf natürliche Weise Schädlinge in Grenzen gehalten werden. Für Weinbauern ist es also auch von wirtschaftlicher Bedeutung, ihre Weinberge so artenreich wie möglich zu gestalten.

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Bild: Badener [CC-BY-3.0], via Wikimedia Commons

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