© Susanne Nilsson, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
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Wegen Wilderei weniger Luchse im Wallis?

  • Cécile Villiger
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Die Bestandesdichte des Luchses im Kanton Wallis war in den vergangenen fünf Wintern aussergewöhnlich niedrig – dies sowohl im Vergleich mit anderen Teilen der Schweizer Alpen als auch mit früheren Erhebungen aus den 1980er Jahren im Kanton Wallis, ergab eine Erhebung der Universität Bern. Als wahrscheinlichste Ursache vermuten die Forschenden Wilderei.

Bei der Auswertung des Datenmaterials aus Spurentaxationen und Fotofallen aus den vergangen fünf Wintern ergab sich ein überraschender Befund: Beobachtungen von Luchsen waren im Zielgebiet ausserordentlich selten. Die von den Forschern der Universität Bern ermittelten mittleren Bestandsdichten beliefen sich im gesamten Kanton auf lediglich 0.32 Luchse pro 100 km2 potenziell besiedelbaren Lebensraum. Dies ist deutlich weniger als in vergleichbaren Regionen der Schweizer Alpen (1.4 bis 2 Luchse/100 km2) oder des Juras (bis zu 3.6 Luchse/100 km2). Während des gesamten Untersuchungszeitraums konnten lediglich 15 verschiedene Individuen festgestellt werden.

Der Grossteil davon wurde im Nordwesten des Kantons beobachtet, in der Nähe der vitalen Luchsbestände des westlichen Voralpengebietes (Kantone Waadt und Freiburg). Südlich der Rhone ist der Luchs hingegen eine sehr seltene Erscheinung.

«Dies ist umso erstaunlicher, als noch in den 1980er Jahren des letzten Jahrhunderts im Gebiet zwischen Nendaz und Brig eine weit höhere Luchsdichte ermittelt werden konnte», sagt Prof. Raphael Arlettaz, Leiter der Studie. 58 Prozent des Walliser Territoriums darf als potenziell günstiger Lebensraum für Luchse angesehen werden. Rechnet man die Werte aus den übrigen Schweizer Alpenregionen für das Wallis hoch, so wäre eine Population zwischen 35 und 53 Luchsen zu erwarten. «Von einer solchen Dichte sind wir aber zur Zeit weit entfernt», sagt Arlettaz. Die Studie wurde nun im naturwissenschaftlichen «Bulletin de la Murithienne» publiziert.

Im nächsten Schritt wollen die Forscher nun herausfinden, weshalb die Luchsdichte im Wallis nicht höher ist: Ist das Monitoring-Design mit Fotofallen nicht effzient genug für eine korrekte Bestandsermittlung? Oder bewegen sich die Beutetierbestände (Rehe und Gämsen) im Wallis auf einem deutlich tieferen Niveau als im übrigen Alpenraum? Welche Rolle spielt schliesslich die Wilderei, von der manche Schlagzeile in den lokalen Medien berichtet, als Erklärung für die anhaltend tiefen Luchszahlen im Kanton Wallis?

Raphaël Arlettaz hat bereits eine Vermutung: «Auch wenn gegenwärtig noch Vorsicht bei endgültigen Aussagen geboten ist, so deuten doch unsere neusten, noch nicht publizierten Analysen auf eine möglicherweise schon seit Jahrzehnten praktizierte Wilderei als entscheidendem Faktor hin. Leider wurden entsprechende, prahlerische Äusserungen gewisser Personen, die von manchen Medien gerne aufgenommen wurden, erst seit kurzem von den zuständigen Behörden ernst genommen.»

2 Kommentare

  • Ferdi Projer

    Im Wallis gelten anscheinend die eigenen Gesetze und Gesetze aufstellen ist das eine diese durchsetzen ein anderes. Die Politiker leben dies vorbildlich vor. Was stören könnte abknallen und überfahren. Wie Lukas Müller sagt keine Ferien im Wallis

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  • Müller Lukas

    wen wunderts? Der Kanton tut ja alles, um Luchs und Wolf wieder auszurotten.
    Keine Ferien mehr in diesem Kanton ist die einzige richtige Antwort.

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