© brewbooks, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
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Wegen Klimawandel bleibt Ozonbelastung ein Problem

  • Amanda Buol
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In der Schweiz hat in den vergangenen Jahren der Ozongehalt in der Luft nur wenig abgenommen. Dies zeigen Auswertungen langjähriger Messreihen des Nationalen Beobachtungsnetzes für Luftfremdstoffe (NABEL). Der Sommersmog belastet die menschliche Gesundheit nach wie vor und mit dem Klimawandel dürften die heissen Sommer häufiger auftreten. Das aktuelle Factsheet der Akademien der Wissenschaften der Schweiz beschreibt die Problematik. 

Ozon kann, insbesondere in Kombination mit Hitze, ernsthafte gesundheitliche Probleme auslösen. Vor allem Atemwegserkrankungen wie Asthma werden verstärkt und Todesfälle häufen sich. Seit Mitte der 80er Jahren versucht die Schweiz deshalb die Ozonbelastung zu senken. Die eingeleiteten Massnahmen zeigen Wirkung, heisst es in der Mitteilung der Empa. Sogenannten Ozonvorläufer – Kohlewasserstoffe und Stickoxide, aus denen Ozon entsteht – gingen seit Mitte der 80er Jahre um bis zu zwei Drittel zurück. Im europäischen Vergleich sei es eine der grössten Abnahmen.

Trotz Erfolge wird der Grenzwert für Ozon nach wie vor häufig überschritten. Die Gründe dafür seien vielfältig, so die Empa. So führe die Reduktion der Vorläufer nicht zu einer gleich grossen Minderung von Ozon, weshalb eine noch stärkere Reduktion der Vorläufersubstanzen notwendig sei, um die erwünschte Verbesserung zu erreichen. Ausserdem haben Ozonvorläufer in den vergangenen 25 Jahren in den Boomländern Südostasiens stark zugenommen und die entsprechende Luftverschmutzung könne teilweise bis nach Europa verfrachtet werden.

Mit dem Klimawandel droht eine erneute Verschlechterung der Situation. Anhaltende sommerliche Hochdrucklagen, welche die Ozonbelastung in dei Höhe schiessen lassen, werden mit dem Klimawandel voraussichtlich häufiger. Die Anzahl Sommertage (über 25° C) könnte sich, je nach Szenario, in den Agglomerationen des Mittellands verdoppeln. Die Autoren des Factsheets empfehlen deshalb eine rasche Absenkung des Ausstosses von Klimagasen und eine weitere Reduktion der Ozonvorläufer, um den Sommersmog zu bekämpfen.

Factsheet „Ozon und Sommersmog: Klimawandel gefährdet heutige Erfolge“ »

2 Kommentare

  • Francesco Guarisco

    Sehr geehrter Herr Weiersmüller
    Vielleicht haben Sie recht und es gibt noch andere Faktoren die zum Smog führen. Doch alles dafür zu unternehmen damit die Ozonwerte zu senken kann doch nur in unser aller interesse sein. Das Waldsterben wiederum hat damit freilich nichts zu tun, da es dort um ganz andere Stoffe ging. Dass es nicht zum Waldsterben gekommen ist, sollte Sie eigentlich erfreuen. Oder wäre es besser die Wälder wären heute nicht mehr da?

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  • René Weiersmüller

    Seit Jahrzehnten gelten vor allem Stickoxide als Verursacher hoher Ozonwerte im Sommer. Am Wochenende sind diese Stickoxidemissionen als Folge fehlenden Berufsverkehrs und des LKW-Fahrverbotes EUROPAWEIT freilich nur etwa halb so hoch wie an den übrigen Wochentagen. Wer nun deshalb am Wochenende (beispielsweise im 10-Jahresmittel) tiefere Ozonwerte erwartet, liegt falsch: Die hohen Ozonwerte sind recht gleichmässig über alle Wochentage verteilt – die Mittelwerte am Wochenende je nach Stickoxidbelastung gar höher. Eine Verzögerung zwischen Ursache und Auswirkung kann ausgeschlossen werden, und der geschilderte Zusammenhang ist auch im Winterhalbjahr gegeben. Das sind die selbst von Laien überprüfbaren Fakten und ist kein Hokuspokus, basierend auf offensichtlich realitätsfremden Computermodellen und Laborexperimenten seitens einer von der Politik indoktrinierten Umweltwissenschaft. Erinnerungen an das ebenfalls zum wissenschaftlichen Flop ausgearteten «Waldsterben» werden wach …

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