Mikroverunreinigungen im Wasser

  • Barbara Darani
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Wie das Infoportal nachhaltigkeit.org schreibt, steht die Schweizer Wasserwirtschaft durch Klimawandel, technologischen Entwicklungen und erhöhten Anforderungen vor grossen Herausforderungen. Dazu kommt noch die Belastung des Grundwassers durch verschiedene Problemstoffe wie Phosphat oder Nickel. Viele dieser chemischen Stoffe kommen aber auch aus alltäglichen Produkten wie Shampoo und Waschmittel. Ein grosser Teil dieser Mikroverunreinigungen können in der Abwasserreinigungsanlage (ARA) nicht vollständig aus dem Abwasser entfernt werden und gelangen in den natürlichen Wasserkreislauf. Leidtragende sind die Umwelt, die Lebewesen und nicht zuletzt die Gesellschaft selbst.

Laut nachhaltigkeit.org sollen technische Verfahren wie Ozon oder Aktivkohle Abhilfe schaffen. Nach den Tests in den Labors konnten mit den beiden Verfahren keine Mikroverunreinigungen mehr im Abwasser nachgewiesen werden. Auf einer ARA seien Sie aber erst wenig erprobt. In einem Pilotversuch der ARA Regensdorf führte die Ozonung zu einer kompletten Eliminierung von Antibiotika und Östrogene sowie zu einer massiven Reduktion von pathogenen Keimen im Abwasser.

Ein weiteres Problem ist der zu hohe Nickel- oder Bleigehalt an den Armaturen, heisst es auf nachhaltigkeit.org. Ausserdem sei Rost das mit Abstand häufigste Qualitätsproblem in den Hausinstallationen. Abhilfe verschaffen Armaturen, die vom Schweizerischen Verein des Gas- und Wasserfaches (SVGW) zertifiziert worden sind.

Die Experten gehen davon aus, dass die meisten gentoxischen Substanzen bei einem Gehalt von weniger als 75 Nanogramm pro Liter Trinkwasser für den Menschen kein Problem darstellen. In der Regel übersteigt das Schweizer Trinkwasser diesen Wert nicht. Doch vor einigen Jahren entdeckten Umweltschützer in einer Mülldeponie im Kanton Baselland erhöhte Nanogrammwerte im Grundwasser. Es waren vor allem pharmakologische Stoffe und Industriechemikalien enthalten.

Die Ansprüche der Gesellschaft zwingen die Experten dazu, ständig neue Verfahren und Techniken zu entwickeln. Ausserdem tauchen immer wieder neue Problemstoffe auf. Gestern war es Phosphat, heute macht zum Beispiel Kupfer Probleme. „Das Abwägen zwischen Schutz und Nutzung der Wasserressourcen wird in Zukunft vermehrt eine Aufgabe von Gesellschaft und Politik sein“, wird Pusch-Geschäftsleiter Ion Karagounis von nachhaltigkeit.org zitiert.

nachhaltigkeit.org

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