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Was machen Pestizide in unserem Körper?

  • Eliane Küpfer
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Eine neue Untersuchung im Auftrag von Pro Natura und ihrem internationalen Netzwerk Friends of the Earth findet Spuren des Totalherbizids „Glyphosat“ im Urin von 44 Prozent der  Testper- sonen. Für die Studie wurden 182 Urin-Proben aus 18 europäischen Ländern auf Rückstände des Pflanzenvernichtungsmittels getestet. Auch zwei der zwölf Proben aus der Schweiz wiesen Spuren des Totalherbizids auf.

Pestizide im Körper, was bedeutet das?
Glyphosat ist eines der am weitesten verbreiteten Pestizide weltweit. Als sogenanntes Totalherbizid tötet es alles ausser den glyphosat-resistenten Nutzpflanzen ab. Gerade im Anbau von Gentech-Pflanzen, aber auch in der konventionellen Landwirtschaft, entlang des Schienennetzes und sogar in privaten Gärten wird es in riesigen Mengen eingesetzt. Dies obwohl über die langfristigen Auswirkungen des Gifts in Lebensmitteln, Boden oder im Wasser wenig bekannt ist.

Bereits 1975 wurde Glyphosat als Totalherbizid zugelassen, trotzdem gibt es nur wenige unabhängige Studien zu möglichen (Langzeit-)Schädigungen der menschlichen Gesundheit. Wie das Pestizid in den menschlichen Körper gelangt und was das für unsere Gesundheit bedeutet ist unklar, es gibt keine unabhängigen Risiko-Abschätzungen. Daher fordern Pro Natura und Friends of the Earth nun Antworten.

„Wir wollen von den Behörden wissen, über welche Wege das Pestizid in unsere Körper gelangt und was die Folgen für unseren Organismus ist“, sagt Marcel Liner, Pro Natura Landwirtschaftsexperte. Aktuellste wissenschaftliche Studien legen den Schluss nahe, dass eine permanente, niedrig dosierte Glyphosat-Aufnahme, wie sie durch Friends of the Earth in allen untersuchten Ländern Europas nachgewiesen wurde, das Hormonsystem des Menschen negativ beeinflusst.

Beim Einsatz des hochpotenten Gifts gibt es grosse Sicherheitslücken sowohl für die menschliche Gesundheit als auch für die Natur: Die Zulassung wird praktisch ausschliesslich auf Daten der Hersteller abgestützt, Kontrollen bei Lebensmitteln fehlen gänzlich. Pro Natura fordert Klärung des Glyphosat-Risikos für Mensch und Umwelt: „Brennend interessieren uns die langfristigen Folgen des Gifteinsatzes für den Menschen, die Biodiversität auf dem Ackerland, für die Tiere und Pflanzen in unseren Oberflächengewässern sowie die Qualität des Grundwassers.“

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