Was darf der „Schlüssel zur Wohlfahrt“ kosten?

  • Nora Kieselbach
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Die Verhandlungen zum Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen stehen am Scheideweg. Zusammen mit anderen Industrieländern blockiert die Schweiz bisher eine Erhöhung der Finanzierung der dringend nötigen Massnahmen zur Erhaltung der Biodiversität. Die Organisationen Pro Natura, SVS/BirdLife Schweiz und Erklärung von Bern EvB fordern daher Bundesrätin Leuthard auf, Hand zu einer guten Verhandlungslösung zu bieten.

Aus Sicht von Pro Natura, SVS/BirdLife Schweiz und der EvB haben die Schweiz und andere Industrieländer bisher in Hyderabad verhindert, dass konkrete Ziele für die dringend benötigten zusätzlichen Mittel zum Schutz der besonders reichhaltigen und gefährdeten Biodiversität in den Ländern des Südens festgelegt werden; und dies trotz des ausgewiesenen Bedarfs und der vor zwei Jahren in Nagoya/Japan eingegangenen Verpflichtung zu konkreten Finanzzielen.

Die Naturschutzorganisationen kritisierten ausserdem die bereits im Vorfeld der Konferenz zögerliche Haltung der Schweiz, als Bundesbern verlauten liess, dass zuerst „der Finanzbedarf präzise erfasst werden müsse“ (naturschutz.ch berichtete). Bevor am 20.Oktober die Biodiversitätskonferenz zu Ende ging, sollte die Schweiz daher ihre „Blockade-Politik“ aufgeben und zumindest Zwischenzielen bei der Finanzierung zum Schutz und der nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt zustimmen, forderten Pro Natura, SVS/BirdLife Schweiz und die EvB. – Forderungen der Naturschutzorganisationen weiter lesen

Am 18. Oktober nahm Bundesrätin Doris Leuthard persönlich an der Biodiversitätskonferenz teil. Als Leiterin der Schweizer Delegation rief sie dabei die Staatengemeinschaft dazu auf, ihre Bemühungen zur Realisierung der vor zwei Jahren in Nagoya beschlossenen Massnahmen fortzusetzen. In ihrer Ansprache betonte Leuthard, die Biodiversität sei „der Schlüssel zu unserer Wohlfahrt, zur wirtschaftlichen Entwicklung, zur Nahrungssicherheit und zur Gesundheit der Bevölkerung, aber auch zur Eindämmung der Risiken des Klimawandels und zur Anpassung an klimatische Veränderungen“, und forderte die Umsetzung der vor zwei Jahren in Nagoya beschlossenen Massnahmen, damit die für 2020 gesteckten Ziele erreicht werden könnten. Bezüglich der in Hyderabad intensiv diskutierte Frage nach den finanziellen Mitteln zum Erhalt der Biodiversität blieb Leuthard jedoch schwammig: Noch immer seien zahlreiche Fragen offen, und eine Einigung auf ein quantifiziertes Ziel sei schwierig ohne die vorgängige Festlegung von nationalen Aktionsplänen und Prioritäten… – Meldung der Bundesverwaltung weiter lesen

Pro Natura
SVS/BirdLife Schweiz
Erklärung von Bern EvB

Bild: Kristian Peters — Fabelfroh [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

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