schwarz bär

Was bist du, Bär?

  • Eliane Küpfer
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Das Geschlecht eines Wildtieres zu bestimmen, ist aus verschiedenen Gründen oft schwierig. Nicht immer kommt man an wildlebende Tiere gefahrlos so nahe heran, dass ihr Geschlecht ersichtlich ist. Viele Arten sind außerdem selten, leben im Verborgenen oder weisen schlicht keine eindeutigen geschlechtsspezifischen äußerlichen Merkmale auf. Einfangen der Tiere wäre aufwändig und würde die Tiere empfindlich stören. Für wissenschaftliche Studien ist es aber oft wichtig, das Verhältnis der Geschlechter in einer Population zu kennen.

Wie das LOEWE Biodiversität und Klima Forschungszentrum schreibt, liegt die Lösung in der Molekularbiologie. Schon mit kleinsten Mengen genetischen Materials (DNA), das aus Gewebeproben, gesammeltem Kot oder auch Haaren gewonnen wird, kann der Nachweis des Geschlechts geführt werden. Die bisher verfügbaren Methoden sind jedoch bei weitem noch nicht ausgereift. Wissenschaftler des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) und der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung haben nun ein neues und sicheres Verfahren entwickelt, mit der das Geschlecht verschiedener Bärenarten eindeutig bestimmt werden kann.

Tobias Bidon, Leitautor der Studie, erläutert: „Hierfür werden geschlechtsspezifische Sequenzen vom Y-Chromosom mit Hilfe der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) vermehrt und können dann nachgewiesen werden. Das Besondere an unserer Methode ist die hohe Empfindlichkeit und Genauigkeit, sowie der im Vergleich zu früheren Methoden doppelt abgesicherte Nachweis von männchenspezifischem Genmaterial.“ Dieser neue experimentelle Ansatz schließt damit mit hoher Sicherheit falsche Geschlechtsbestimmungen aus.

Die Methode eignet sich auch ganz gut für andere Tierarten. Gerade bei bedrohten Tierarten ist das Geschlechterverhältnis von grosser Bedeutung. Die neue nicht invasive Methode liefert schnelle und eindeutige Ergebnisse. Und noch einen Vorteil hat die neue Methode: Auch bei historischen Proben und Museumsmaterial kann das Geschlecht noch ermittelt werden, wenn Aufzeichnungen fehlen oder verloren gegangen sind.

Bild: Jon Sullivan [Public domain], via Wikimedia Commons

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