© Mark Gunn, [CC-BY-SA-2.0], via Flickr
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Wanderschaft eines Schweizer Fischadlers geglückt

  • Cécile Villiger
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Ein junger Fischadler wurde in Senegal wieder entdeckt. Er begann im letzten Herbst seine Reise im Kanton Freiburg und seine Sichtung ist das erste Erfolg eines Schweizer Wiederansiedlungsprojekts.

«Es war wie eine Nadel im Heuhaufen zu finden», berichtet  Wendy Strahm, Biologin und Projektkoordinatorin des welschen Vereins «Nos Oiseaux». Das «Beweisfoto» des Schweizer Fischadler Männchen gelang einem britischen Ornithologen. Er wurde im fischreichen Nationalpark Langue de Barbarie im nordwestlichen Senegal abgelichtet. Deutlichauf dem Bild zu erkennen waren Markierungsring am rechten Bein und Antenne des Sendergeräts an seinen Schwanzfedern. Somit besteht kein Zweifel, dass es sich um einen jungen Fischadler aus dem Schweizer Wideransiedlungsprojekt handelt.

Im Sommer 2015 wurden sechs in Schottland aufgezogene Küken auf dem Gelände des Gefängnis Bellechasse im Kanton Freiburg angesiedelt. Zwei starben, als sie mit Stromleitungen kollidierten. Die vier Verbliebenen sind im vergangenen September nach Süden aufgebrochen. Ein Exemplar wurde in Algerien von Wilderern verletzt, konnte aber gepflegt und wieder freigelassen werden. Wenn alles gut geht werden die vier Greifvögel Anfang 2018 in der Region Murtensee zurück erwartet.

Um die Chance der Wiederansiedlung zu erhöhen, wurden auch letztes Jahr zwölf Fischadler angesiedelt (naturschutz.ch berichtet).

Der Fischadler ist nach drei oder vier Jahren ausgewachsen und reist zurück an den Ort, wo er flügge geworden ist um sich fortzupflanzen. In der Schweiz hat er im Jahre 1914 das letzte mal gebrütet. Grund für das Verschwinden ist die Wilderei und das Einsammeln der Eier.

2 Kommentare

  • Heynen Daniela

    Gemäss einem Projektmitarbeiter sind die Fischadler nicht mit einer Stromleitung kollidiert, sondern sind auf einem für Vögel gefährlich konstruierten Masten einer Mittelspannungsleitung durch Stromschlag ums Leben gekommen. Solche gefährlich konstruierten Mittelspannungsmasten sind in der Schweiz noch weit verbreitet und stellen damit für etliche grössere Vogelarten eine permanente Gefahr dar. Die Vogelwarte und ihre Partner setzen sich dafür ein, dass diese Masten saniert werden.

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  • Daniel Peier

    Super!!! Jetzt müssen es die Fischadler auf ihrem langen Weg in die Schweiz nur noch schaffen, unbeschadet an all den Knallern rings ums Mittelmeer vorbei zu kommen!!!!

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