Wandern ist des Wolfes Lust

  • Stefanie Pfefferli
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Ein Forschungsprojekt, des deutschen Bundesamt für Naturschutz offenbart neue Details über die beachtlichen Wanderleistungen der Wölfe in Mitteleuropa. Im Bundesland Sachsen (DE) wurden sechs Wölfe mit GPS-Sendern ausgestattet, um herauszufinden, wie und wann Jungwölfe ihr elterliches Rudel verlassen, um sich einen Partner zu suchen und ein eigenes Territorium zu besetzen.  Die Daten wurden im Zeitraum von zwei Jahren über Funk gesammelt.

„Das ist die erste Studie in Mitteleuropa, bei der die Wanderbewegungen mittels Satellit verfolgt und der Aufenthalt von Wölfen in ihrem Territorium untersucht wurden“ sagte BfN-Präsidentin Prof. Dr. Beate Jessel gegenüber dem NABU. Die Resultate der Untersuchungen erstaunten auch viele Fachleute. Die Wölfe legten an einem Tag über 70 Kilometer zurück. Dabei überquerten die Tiere Flüsse, Autobahnen und die unterschiedlichsten Lebensräume. Doch zwischen den einzelnen Individuen können sich stark Unterscheiden. So blieb zum Beispiel eines der jungen  besenderten Wolfsweibchen über zwei Jahre bei  der Familie. Ein junges Männchen verliess das Rudel bereits im Alter von 12 Monaten und wanderte bis nach Weissrussland. Auch die Grösse der Territorien kann stark variieren: zwischen 49 und 375 Quadratkilometer. Die Tiere beanspruchten nicht nur Waldgebiete sondern auch offene Heideflächen. Ein mit Sender ausgestattetes erwachsenes Weibchen legte keine 500 Meter von einer vielbefahrenen Strasse sogar mehrere Höhlen zur Aufzucht ihrer Jungen an. „Wölfe brauchen also keine Wildnis, sondern sie können sich auch in unserer Kulturlandschaft sehr rasch ausbreiten und an die unterschiedlichsten Lebensräume anpassen“, erklärt Prof. Dr. Beate Jessel.

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Bild: Martin Mecnarowski (Wikimedia Commons)

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