Wanderung Meraner Höhenweg

Wandern als Risikosportart?!

  • Manuela Just
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Wird in der Schweiz das Wandern bald verboten? Diesen Eindruck hinterlässt der Verordnungsentwurf über das Bergführerwesen und das Anbieten weiterer Risikoaktivitäten beim WWF Schweiz. Der WWF, ERBINAT und weitere Interessenorganisationen lehnen den Verordnungsentwurf ab und fordern: Wanderungen und Exkursionen in der Natur sollen auch künftig ohne behördliche Bewilligung möglich sein!

Nach einigen schweren Unfällen wie dem Canyoning-Unglück im Saxetbach wollen die Behörden Outdoor-Aktivitäten stärker reglementieren um die Sicherheit bei diesen Aktivitäten zu erhöhen. Die neue „Verordnung über das Bergführerwesen und das Anbieten weiterer Risikosportarten“ schiesst, nach Meinung des WWF Schweiz, weit über das Ziel hinaus. „Eine Exkursion mit einer Schulklasse im Appenzellerland ist keine Risikoaktivität und soll weiterhin ohne Bewilligung durchführbar sein“, so Paula Borer, Verantwortliche für Ferienlager beim WWF Schweiz.

Auch der Fachverband für Bildung und Erleben in der Natur ERBINAT wehrt sich gegen den Entwurf. Die Verordnung betreffe auch Lernformen wie Erlebnis- und Freizeitpädagogik, (Fach-)Exkursionen und sogar Waldspielgruppen. Im Extremfall benötigen Padagog/innen mit dieser Verordnung eine Bewilligung und eine Ausbildung als Bergführer oder Wanderleiter, so ERBINAT in einer Medienmitteilung.

Die Vernehmlassung dauert noch bis 31. März 2012. Beide Organisationen setzen sich dafür ein, dass die Natur als Lern- und Erholungsort allen offen steht und fordern eine Anpassung des Verordnungsentwurfs.

www.wwf.ch
www.erbinat.ch

Bild: Gemeinfrei (Wikimedia Commons)

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