Fotofallenaufnahme eines Tieres des Wolfsrudels. |© GWS
Fotofallenaufnahme eines Tieres des Wolfsrudels. |© GWS

Walliser Wolf wurde bereits geschossen

  • Cécile Villiger
  • 7

Das erste bestätigte Wolfsrudel im Kanton Wallis wurde bereits dezimiert. Ein weiblicher Jungwolf wurde geschossen.

Es ist noch nicht lange her, da konnten die ersten Aufnahmen des Rudels im Augstbordgebiet bewundert werden. Dabei handele es sich um mindestens vier Wölfe, darunter auch die diesjährigen Jungtiere.

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) erteilte diese Woche grünes Licht für den Abschuss eines Jungwolfes, da in der Zeit vom 13. Mai bis zum 20. Juli 2016 nachweislich mindestens 20 Nutztiere in geschützten Situationen gerissen wurden und das Rudel im Streifgebiet im Verlaufe des Jahres einen grossen Schaden (157 Nutztierrisse insgesamt) verursachte.

Ein Tag nach der Abschussbewilligung, erfolgte bereits der sogenannte Regulationsabschuss, trotz der Kritik der Naturschutzverbände Pro Natura und WWF. In der Nacht hat die Wildhut einen weibliche Jungwolf in den Schattenbergen in Siedlungsnähe erlegt. Laut den Naturschutzorganisationen konnte noch nicht beurteilt werden, ob die Präsenz der Jungwölfe tatsächlich mehr Schäden an Nutztieren verursachte. Wie sich in der Calandaregion zeigt, sind die Schäden bei der Präsenz eines Rudels nicht zwingend höher. Funktioniert der Herdenschutz, kann die Situation sogar stabilisiert werden.

 

7 Kommentare

  • Kurt Schneeberger

    Ich bin ein bekennender Befürworter von Wolf und Luchs in unserem Land. Ich freue mich über die bisherigen Beiträge in dieser Kolummne. Alle sprechen sie mir aus dem Herzen! Mein Wunsch: Seien wir mutig, offen und standhaft mit unserer bekennenden Haltung für die Grossraubtiere in der Schweiz.., auch im Umfeld der Gegner!

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  • Fredy Bösiger

    Und erneut hat ein Bundesamt versagt – leider kein Einzelfall!!!

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  • Martin Spiess

    Dort zwischen den hohen Bergen, etwas versteckt vor dem Blick der Öffentlichkeit, hält sich offenbar hartnäckig eine Rückständigkeit die ihresgleichen sucht. Subventionen für unbewachte Schafe abschaffen und die Sache wäre wohl erledigt.

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  • SaoiAebi

    Naja, erstaunt mich nicht bei all den Pelz-TrägerInnen da draussen. Dachte eigentlich, wir sind langsam aber sicher auf dem Weg zu einer (tier)ethischeren Gesellschaft. Aber offenbar gibt es eine grosse Kluft zwischen zeitgenössischen Tierrechtlern, VeganerInnen usw. und gewisser Bevölkerungsschichten und Gruppierungen.

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  • Steuerzahler

    Weg des geringsten Widerstandes.
    Wieso gibt es immer noch Subventionen ohne Herdenschutz ??
    Schande über diesen Kanton, Schande übers BAFU.
    Kanton- boykottieren !

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  • Trauerspiel BAFU BLW

    Und die Subventionen fliessen an die Hobby – Schafhalter…
    fehlender Herdenschutz hin oder her.
    Dafür werden bedrohte Tierarten wieder ausgerottet – was soll das?

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  • Josef Meier

    Ein diesjähriger Jungwolf ist sicher nicht für Risse im Sommer verantwortlich – wird aber mit dem Segen des Wallisers Reinhard S. abgeknallt …
    Eine Schande das das BAFU diese Ausrottungsstrategie auch noch willfährig unterstützt – unwissenschaftlich und unprofessionell.
    Mehr Rückgrat gegen solche Machenschaften der Schaf – und Jagdlobby wären angebracht.

    Verantwortliches Handeln, Herdenschutz, Einhaltung von Gesetzen – alles lässt im Wallis auf sich warten.
    Von Luchs und Bartgeierabschüssen, nicht einhalten der Restwassersanierungen etc. gar nicht zu reden …

    Ferien in diesem rückständigen Kanton, gepanschter Wein, bleiverseuchtes Wildfleisch, subventionierte Hobby- Schafhalter – Nein Danke!

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