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Wallis: Wird das Gaskraftwerk bald gebaut?

  • Redaktion Naturschutz
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gaskraftwerkIm Wallis bestehen Pläne für ein neues Gaskombikraftwerk bei Chavalon VS. Dieses umstrittene Projekt drohte jedoch an den gesetzlichen Vorgaben zu scheitern: Einerseits sind die Betreiber eines solchen Kraftwerks, das Unmengen von CO2 produziert, verpflichtet, den Treibhausgas-Ausstoss vollumfänglich zu kompensieren. Andererseits müssen sie wesentliche Teile der Abwärme für Heizzwecke nutzen. Eigentlich.
Denn jetzt hat der Bundesrat die Verordnung zum Gesetz verabschiedet. Und er hat eine Hintertür eingebaut, damit Chavalon doch noch gebaut werden kann: An Standorten, an denen schon einmal ein Kraftwerk stand (wie in Chavalon), sollen nun nämlich andere Vorgaben gelten als an normalen Standorten. Konkret muss der Wirkungsgrad in Chavalon nur 58,5 Prozent betragen, an anderen Standorten jedoch 62 Prozent. Damit könnte Chavalon betrieben werden, ohne die Abwärme zu nutzen. Und das ist für das Projekt entscheidend: Denn Chavalon, das auf dem Boden eines alten Ölkraftwerks gebaut würde, liegt zu weit entfernt von Siedlungen, damit die Abwärme genutzt werden könnte.
Klar ist: Der Bundesrat hat die Sonderregelung einzig wegen dem Walliser Projekt  in die Verordnung eingebaut. Bafu-Chef sagte dem Tages-Anzeiger denn auch: „Hätte der Bundesrat keine Sonderregeln beschlossen, hätte dies das Aus für Chavalon bedeutet. Der Bundesrat will sich aber Gaskombikraftwerke als Option offen halten.“ Ob das Gaskraftwerk im Wallis nun gebaut wird, ist noch offen.

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