Wallis will Biber regulieren, BAFU lehnt ab

  • Eliane Küpfer
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Der aktuelle Biberbestand im Kanton Wallis wird auf 80 bis 100 Tiere geschätzt. Nach eidgenössischem Jagdrecht ist der Biber eine geschützte Wildtierart. Weil die Grabaktivitäten der Biber im Canal du Syndicat die Uferböschung der Bahnlinie auf dem Streckenab- schnitt zwischen Charrat und Saxon (VS) schwächen und destabili- sieren und somit die Bahninfrastruktur gefährden könnten, wollte die Dienststelle für Jagd, Fischerei und Wildtiere des Kantons Wallis jährlich ein bis zwei Bibern in diesem Kanalabschnitt abschiessen.

Das BAFU lehnt den Antrag des Kantons Wallis zur Regulation des Biberbestands jedoch ab, denn bei einer Ortsbegehung wurde keine Destabilisierung des Bahntrasses oder der Fahrlei- tungsmasten festgestellt Die SBB schliessen deshalb derzeit eine Gefährdung der Bahninfrastruktur aus. Als Präventions- massnahme erachtet das BAFU in Absprache mit der SBB insbesondere die Bioarmierung der Uferböschung als wirksam, d.h. die Förderung einer naturnahen Bepflanzung der bahnseitigen Uferböschung. Durch diese Massnahme kann das Ufer stabilisiert und die Gefahr einer Unterspülung der Bahninfrastruktur verringert werden.

Pro Natura gratuliert den SBB und dem BAFU zu ihrer Gelassenheit. „Die Haltung der SBB gegenüber der Biber-Präsenz ist erfreulich und ein wichtiges Signal für geschützte Tiere. Hoffentlich lassen sich Weitere zu einem solch unaufgeregten Nebeneinander mit dem faszinierenden Tier inspirieren“, sagt Mirjam Ballmer, Pro Natura Projektleiterin Naturschutzpolitik. „Denn mit Willen, geeigneten Massnahmen und dem Mut zur Gelassenheit lassen sich anbahnende Konflikte zwischen Mensch und Biber einfach, unspektakulär und zukunftsweisend lösen.“

Bild: Per Harald Olsen (Wikimedia Commons)

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Pro Natura

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