Waldschutz: 50 Milliarden, die sich lohnen

  • Stefanie Pfefferli
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Wird die weltweite Entwaldung nicht gebremst, gehen in den nächsten knapp 20 Jahren 1,25 Millionen Quadratkilometer Wald verloren. Dies hätte schlimme Konsequenzen für das Klima. Handeln die Länder an der heute beginnenden Uno-Klimakonferenz in Durban entschlossen, können sie den Waldverlust stoppen.

Beim Waldschutz geht es nicht nur um die Lebensgrundlagen der Menschen und um die Artenvielfalt. Vor allem bedeutet Waldschutz auch Klimaschutz, denn die Abholzung macht nahezu ein Fünftel der weltweiten Treibhausgasemissionen aus – mehr als der Verkehr. Bis 2030 könnten weitere 1,25 Millionen Quadratkilometer Wald verloren gehen, wie eine neue WWF Studie zeigt. Dies entspricht 30mal der Fläche der Schweiz.

Die Länder der Welt haben es jedoch in der Hand, die Entwaldung bis 2020 praktisch zu stoppen. Dafür sind 30 bis 50 Milliarden Dollar pro Jahr notwendig. Viel Geld, das sich lohnt: „Die zusätzlichen Kosten des Klimawandels würden ein Vielfaches ausmachen“, warnt Patrick Hofstetter, Leiter Klima und Energie beim WWF Schweiz. Dabei ist die Zeit auch im Waldschutz knapp: „Den Waldverlust später mit Pflanzungen auszugleichen, ist keine Lösung. Die jungen Bäume würden frühestens 2040 so viel Kohlenstoff speichern, wie die Entwaldung freigesetzt hat. Das ist für das Weltklima viel zu spät.“

Die heute beginnende Uno-Klimakonferenz in Durban (Südafrika) hat für den internationalen Waldschutz eine Schlüsselstellung. Die Industrieländer müssen ein Finanzierungsmodell vorlegen, mit dem die Entwicklungsländer für den Erhalt ihrer Wälder bezahlt werden. „Ohne ein ausreichend dotiertes Instrument kann ein vollständiger Stopp der globalen Entwaldung nicht erreicht werden“, sagt Patrick Hofstetter. Wichtig ist dabei, dass die Rechte von indigenen Völkern und lokalen Gemeinden gewahrt werden. Zudem braucht ein effektives System Transparenz und wirksame Kontrollen. Hofstetter betont: „Das Abholzen der Wälder beschleunigt den Klimawandel enorm. Die Regierungen dürfen sich bei ihrer Entscheidung nicht von technischen Detailfragen ablenken lassen.“

Bild: Malene Thyssen (Wikimedia Commons)

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