Wachtelkönig gegen Schnellstrasse im Rheintal

  • Redaktion Naturschutz
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Im Streit um die seit 30 Jahren geplante Bodensee-Schnellstrasse in Vorarlberg ist ein Entscheid gefallen: Der österreichische Verfassungsgerichtshof hat Anfang Juli 2006 die geplante Streckenführung für rechtswidrig erklärt. Zwar hält die geplante Schnellstrasse, die die Rheintalautobahn mit dem Schweizer Autobahnnetz verbinden und einige Vorarlberger Ortschaften vom Transitverkehr entlasten sollte, einen Mindestabstand von 150 m zum Landschaftsschutzgebiet Lauteracher Ried ein. Betroffen sind aber andere schützenswerte Gebiete, die gemäss Gericht bei der Planung nicht genügend berücksichtigt würden. Die Nachbargemeinden Lustenau (A) und Au (CH) hatten die Verordnung angefochten.
Der Europäische Gerichtshof hatte den Ball Österreich zugespielt, indem er im März 2006 kritisierte, die Natura-2000-Gebiete im vom Strassenprojekt betroffenen Ried nicht im gesamten Umfang ausgewiesen worden seien. Der Naturschutz müsse deshalb nachgebessert werden.
Damit können wertvolle Feuchtgebiete – und dadurch der Wachtelkönig – geschützt werden. Nun wird von Naturschützern gefordert, neue Varianten für eine nachhaltige verkehrspolitische Entwicklung im Rheintal wie ein dichteres Busnetz und den Ausbau der Bahnlinie Bregenz – St. Margrethen zu prüfen sowie die Umweltorganisationen und die betroffenen Gemeinden miteinzubeziehen. (sm)

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