Nagoya_11

Vorsichtig positive Bilanz nach Biodiversitätskonferenz

  • Monika Jung
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Nagoya_11Mit der Verabschiedung des Abkommens gegen die Biopiraterie und der globalen Biodiversitätsziele bis 2020 hat die Biodiversitätskonferenz in Nagoya doch noch Erfolge gebracht. Trotz vorsichtig positiver Bilanz kritisieren die Erklärung von Bern, Pro Natura und der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz aber, dass die Biodiversitätsziele abgeschwächt wurden und dass im Abkommen gegen Biopiraterie weiter Lücken bestehen.

Das Abkommen gegen die Biopiraterie wurde in letzter Sekunde gerettet, es ist allerdings ein Kompromiss und kann die nötige Rechtssicherheit nur teilweise gewährleisten. Grösster Schwachpunkt sind die nur vage definierten Kontrollpunkte in den Nutzerländern. Es besteht die Gefahr, dass es aufgrund ungenügender Kontrollen auch in Zukunft etliche Regelverletzungen der Biodiversitätskonvention geben wird. Insgesamt ist das Resultat dennoch zu begrüssen: Die Pflicht der Nutzerländer, Biopiraterie zu bekämpfen, ist klar festgeschrieben während die Rechte indigener Gemeinschaften gestärkt wurden.

Auch bei den Biodiversitätszielen 2020 ist die blosse Tatsache, dass sich die 193 anwesenden Vertragsstaaten überhaupt auf ein Oberziel und 20 Teilziele einigen konnten, bereits als Erfolg zu werten. Die harten Auseinandersetzungen zwischen Entwicklungs- und Industrieländern haben allerdings zu Abschwächungen geführt. So sollen mindestens 17 Prozent der Landes- und 10 Prozent der Meeresfläche geschützt werden – nötig wären jedoch 25 respektive 20 Prozent. Zudem soll der Verlust an natürlichen Lebensräumen bis 2020 nicht gestoppt, sondern lediglich halbiert und nur «wo möglich» bis gegen Null reduziert werden.

Wie die Umsetzung des Strategieplans finanziert werden soll, steht noch in den Sternen. Genau dies ist laut Beobachter Natur der Schwachpunkt. Erst auf der nächsten Konferenz im Jahr 2012 in Indien soll der Finanzplan beschlossen werden. Und ob dann auch wirklich genügend Geld gesprochen wird, damit die festgelegten Ziele umgesetzt werden können, ist alles andere als klar.

Für die Naturschutzorganisationen bedeutet das Resultat, dass die hängige Biodiversitätsstrategie der Schweiz dringend abgeschlossen werden muss. Die neuen Vorgaben und Erkenntnisse von Nagoya, etwa dass die Strategie einen Plan zur Sicherstellung der nötigen Ressourcen beinhalten muss, können jetzt noch aufgenommen werden. Zudem muss die Schweiz das Nagoya-Protokoll so schnell als möglich ratifizieren und griffige Massnahmen gegen die Biopiraterie ergreifen.

Pro Natura

Erklärung von Bern

Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz

Bild: SVS/BirdLife Schweiz

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